Verstand ist hinderlich!

Schw. Humorist Rene Schweizer

DROGEN & DENKEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

also sprach kungfutius:

es gibt keine geheimnisse in der natur. es gibt nur unvollkommenheit der sinne, die einem die geheimnisse vorgaukelt, die jedoch mit einiger vorstellungskraft wettzumachen ist. dann gibt es keine geheimnisse mehr.

vernunft?

ja, sie ist schon schön und gut. leider aber haben vernünftige menschen keine phantasie.

ich glaube! - credo des homo sapiens

ich denke! - credo des homo superior

im reinen, spekultiven, denken gibt es keine logik. logik ist nur in der mathematik gültig, im denken ist einzig die vorstellungskraft massgebend: eine gute phantasie vermag alles zu rationalisieren.

logik der natur arbeitet mit dem konditional – darum ist sie nicht zu fassen.

menschliche logik ist nur binär begründet, darum war sie unfähig, die natur zu verstehen.

der plan schliesst nun sowohl konditional wie jede sonstige unklarheit aus.

die schöpfung wird zu einer festen angelegenheit.

pointe/apercu - überraschungseffekt im denken ist die einzige `logik` des höheren denkens, des denkens als reine vorstellungskraft.

3 formen der phantasie

1. latente phantasie der mutation/natur

2. produktive phantasie des menschen

3. schöpferische phantasie des künstlers

in der vergangenheit gibt es keine phantasie. indem etwas vergangen ist wurde es festgelegt und zu einer unveränderlichen realität und absoluten tatsache; jegliche träumerei darüber ist dekadenter müssigang.

nur in der zukunft vermag man konstruktiv zu träumen.

von der objektivität im denken:

von den denkunfähigen menschen kann man keine objektivität erwarten.

von den schöpferischen menschen darf man keine objektivität erwarten.

 

cogitare incogita!*

VON GRUNDLAGEN DES NEUEN DENKENS

VON DER NOTWENDIGKEIT EINER ÜBERLOGIK

 

Was wir nun, am Ende der sapialen Zeit und am Anfang einer neuen Geschichtsperiode, brauchen, ist eine höhere Logik, eine transzendentale Logik, eine Logik, die jenseits aller Logik liegen wird, vielmehr über jeden Logik - eine ÜBERLOGIK.

Ebenso nämlich, wie sich die Überlebenspraxis des Menschen zunehmend in der Transzendenz abspielt, wird es vonnöten sein, sie da durch eine transzendentale Logik abzusichern. Somit ist die Idee der Überlogik in der rein geistigen Dimension der Idee Mensch in etwa mit der Explosion der A-Bombe in der physischen Dimension derselben vergleichbar.

Natürlich gab/gibt es bisher so etwas wie eine Überlogik nicht. So etwas hatte Gott in seiner Konzeption der Schöpfung nicht vorgesehen. Aber auch die gewöhnliche Logik gab es bevor der Mensch auf die Szene kam nicht: sie wurde von einem Lauser erfunden, als dieser einmal durch Zufall herausfand, dass er die Urgewalt des Feuers zu kontrollieren vermag. Ab dem Augenblick beschäftigten sich immer mehr Lauser mit diesem Phänomen, die Kontrolle wurde zunehmend raffinierter, die Logik immer geschliffener, schliesslich führte sie zu Erfindung der Mathematik: die allererste Idee einer neuen, von Mensch erschaffenen, künstlichen Schöpfung. So erschuf sich der Mensch durch das Denken selbst. Nun steht es an, sich durch ein Überdenken zu einem Überwesen zu motivieren.

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So funktionierte es unter den Menschen: man erfindet nur die Idee und unterbreitet sie dem menschlichen Geist. Falls die Idee etwas taugt, so wird sie zunehmend mehr Menschen in ihre Bann ziehen. Das Gleiche passierte es mit der Idee der Humanität die der Menschheit zwecks Verifizierung (= Wahrwerdung) von Jesus unterbreitete wurde, das Gleiche passierte es mit der Idee der Religion, des Staates, der Kunst, der Kultur an sich. Und je mehr Menschen über eine bestimmte Idee nachdenken, um so tiefer werden die Spuren derselben Idee in der Morphologie des Zeit-/Raum-Kontinuums bleiben.

Meint, um so wahrer wird diese Idee.

Das meint, ebenso leicht lasse sich auch eine Überlogik erfinden.

Die Notwendigkeit einer höheren Logik ist jedenfalls mehr als evident: eine höhere Technik verlangt notgedrungen nach einer höheren Logik. Mit der Logik, die gerade noch solala ausreichte, um mit der Technologie des Feuers fertig zu werden, lasse sich das Atomfeuer nicht unter Kontrolle halten, und das müssen wir kontrollieren, falls wir unseren Gesellenbrief als Demiurgos und superiore Wesen haben vollen.

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Es gibt natürlich auch rein ethische Gründe, warum wir unbedingt eine höhere (= komplexere) Logik brauchen?

Die herkömmliche Binarität des Denkens, die auf Schwarz-weiss-Prämisse als Böse und Gute basiert, ist nicht fähig zu erkennen, dass auch die schwärzeste (= böseste) Kritik (= Gegenthese) konstruktiv (= gut) sein kann. Erst eine mehrschichtige Logik kann den Menschen von der Sklavereit des Vorurteils befreien.

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Das christliche (vernünftige / logische) Denken:

Ich/wir bin/sind gut – du/ihr bist/seid anders, und da ich gut bin und du anders, so muss du sozusagen zwangsläufig böse sein. Und da ich als gut das Böse bekämpfen muss, so darf ich mich über dich ergehen, dich verurteilen, dich vergewaltigen...

Es ist zweifelsohne logisch, das heisst also auch vernünftig, so zu denken. Doch eben an diesem Beispiel ist die Qualität der Vernunft und der Logik ersichtlich, der wir uns bedienen.

 

 

 

 

 

 

DAS DENKEN ALS NATUR UND ALS KUNST

 

Ortega y Gaset irrt, wenn er das Denken als eine Lebensfunktion, wie Blutkreislauf oder Verdauung, ansieht. Solches natürliche `Denken` ist das Denken eines Tieres, bei dem die Gesamtheit der Instinkte in bestimmten Situationen bestimmte reflektiere Reaktionen der Gehirnsynapsen auslöst: die natürliche Automatik des Organismus und seiner Funktionen. Ein Hund sieht, zum Beispiel, vollen Fressnapf, das Bild wird mittels Sehnervs als Reiz, als eine antrainierte Erfahrung, als Wien also, als Gewissheit, als eine Form vom Gewissen (von sich selbst), ins Hirn geführt – der Hund `denkt` also (anhand der Erfahrung) `Acha! Jetzt wird gefressen!` -, und dieser Reiz löst neue Nervenreize aus, die dann den Speichelfluss anregen – solches `Denken` hat Pawlow eingehend erforscht und beschrieben. Und diese Gehirntätigkeit ist in der Tat eine vollkommen natürliche Angelegenheit, eine Lebensfunktion im Sinn des Blutkreislaufes, Verdauung oder sonstigen Stoffwechsels, herausgebildet während der Evolution.

Mit anderen Worten, das Tier denkt rein rituell.

Der Mensch aber denkt kreativ.

Denn im Hirn von Ortega y Gaset geht es ganz anders ab. Dank dem langen Training im abstrakten Denken ist der menschliche Hirn fähig, die reflektiere Reize zu unterdrücken, ja sie ganz zu verwerfen, um planmässig, das heisst: ausserhalb der natürlichen Gehirnabläufe, vorgehen zu können. Bei dem rein abstrakten Denken der Philosophen gibt es ja keine direkte Verbindung zu der Natur, da die Sachverhalte, die hier betrachtet werden, rein theoretische, also artifizielle, Angelegenheiten sind: die Synthese wird hier auf unnatürlichem, eben synthetischem Weg erreicht. Es sind keine alten Erfahrungen im Spiel, sondern die Vorstellungen von neuen (= noch nie erlebten) Erfahrungen.

Das meint: der Denker als der Atom auf der Spitze des Pfeiles der Sehnsucht, die der Mensch innerhalb der Natur darstellt, schaut keinesfalls die Natur durch, da er eine neue, noch nie dagewesene, Natur erfindet. Die Natur ist uns eigentlich nicht mehr wichtig, eben weil der Denker fähig ist, in seiner Imagination vollkommen neue Gebilden zu erschaffen, die es in der Natur noch nicht gibt.

Diese Sachen werden erst. Und zwar gerade, weil der Denker sich etwas neues ausdenkt, das möglichst kunstvoll (= vielschichtig) mitteilt, sodann beginnen immer mehr Menschen darüber nachzudenken, man macht damit erste praktische Versuche, die zu Erfahrungen führen, die irgendwann einmal zur endgültigen Realisation, zu Verifizierung jenes wahrhaften Hirngespinstes führen. Nun ist die neue Sache zwar wirklich (weil es sie gibt), keinesfalls aber real (= natürlich) (weil sie nicht mehr auf dem natürlichen Weg entstanden ist). Zum Fliegen kam der Mensch etwa eben auf solchem Weg, darum praktiziert er es als absolute Unnatürlichkeit, und kann durch die Lüfte mit der Geschwindigkeiten herumsausen, die in der irdischen Natur ausschliesslich `immateriellen` Phänomenen wie Wellen und Teilchen vorbehalten sind.

Was das dann in der Konsequenz meint, ist leicht erzählt: das künstliche, artifizielle und synthetische Denken war die allererste Voraussetzung der Kunst an sich – nur ein Denken, der sich ausserhalb der Natur begibt, könnte sich die Kunst als Ding an sich ausdenken, als Ding also, dass es in der Natur nicht gibt, weil alles in der Natur auf natürlichem Weg zustande kommen kann.

Man denke hier aber nicht, dass auch das menschliche Denken nur ein Produkt der Natur ist! Dazu ist das Denken eine viel zu zufällige Angelegenheit. Die Entstehung des Denkens musste mehr so eine fulgurative Sache gewesen sein, ein Geistesblitz also, ein erster Touch der Göttlichkeit. Und man wende hier auch nicht ein, dass alles in der Natur durch Zufall zustande kommt, denn eben die Unbestreitbarkeit dieses Argumentes bestätigt die Unnatürlichkeit des menschlichen Denkens: dieses Denken besiegte den Zufall, womit es sich über die Natur (des Zufalls) aufzwang, die Natur somit besiegte, sie sich selbst unterwarf, eben göttliche Werke anging – Gott ist der Plan an sich, wovon bereits der Anfang der Genesis zeugt, wo Jahwe die Welt plant: “ ... ich will erschaffen...” – der Wille ist die Vorauetzung des Planes, wie dieser das Ende des Zufalls bedeutet.

Und das bedeutet in der Konsequenz, dass dieses Denken kein Zufall an sich war. Mag sein, dass sein Auslöser ein Zufall(streffer) war, seine Weiterentwicklung war sofort eine (mehr oder weniger) planmässige Angelegenheit, die sich mit jedem weiteren Entwicklungsschritt fester formierte. Das Denken als das Göttliche an sich, war nur und ausschliesslich und absolut in dieser, einzigartigen und einzigen Form möglich, auf dem Weg, der zur Mathematik als Plan an sich führte. Und eben, weil einzigartig in der Natur ist der menschliche Geist die einzige Ausnahme von der Natur.

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Das Ganze ein bisschen anderswie, nur in bezug auf den Mensch selbst betrachtet.

Es gibt nichts unnatürlicheres als die sogenannte `Normalität`. In der Natur ist die Normalität, also ein Zustand der Gleichheit, absolut abnormal; sie kennt nur die Ausnahmen von der Regel, denn nur so ist ein Fortschritt möglich.

So ist das nur ein scheinbarer Paradox, dass die normal gereiften Menschen in der Regel kaum Chance haben, das richtige, hochlogische, menschliche Denken zu beherrschen. Das ist nämlich so, dass eine normale Entwicklung sehr früh, bereits mit der Beendigung der Trotzphase, den Menschen, seinen Charakter und somit auch seine Denktechnik, formt. Die Person ist nun komplett, sie weiss, wie man denken muss, um vorwärts zu kommen und in der Welt zu bestehen. Was weiter folgt, ist keine weitere Denkentwicklung, sondern eine Routinierung des Denkens; man muss nämlich extrem schnell denken können, will man Erfolg haben.

Das heisst, so ein Mensch besitzt ein Denken, das dermassen eingespielt ist, dass man es eigentlich als instinktives Denken auffassen muss, also als etwas, was sich, rein geistig gesehen, nicht allzu weit von dem `Denken` eines Tieres entfernt hatte. Von dem Instinkt-Denken eines Tieres unterscheidet sich solches Humandenken nur in der Hardware (Grosse des Hirns, umfangreiche Speicherkapazität, perfekteres Betriebsystem, höhere – eigentlich kompliziertere - Denkfrequenz), nicht aber in der Software.

Das, was hier Software genannt wird, ist nichts weiter als die Phantasie, die ein Variantenreichtum des Denkens erlaubt. Ein Tier benutzt beim `Denken` überhaupt keine Software, es ist unfähig, seine Gedanken zu variieren, es denkt nur als Betriebsystem, weil es eben über keine Phantasie verfügt. Nichts anderes ist das beim `normal` denkenden Menschen. Wie bei jedem Tier ist sein Denken auf reinster Identifizierung der Situation ausgerichtet: eine Situation tritt auf, da hat man ein Repertoire von standardisierten Denkmustern, und das ganze `Denken` beschränkt sich da auf das Aussuchen von der nächstliegenden Solution.

Phantasie dementgegen versucht mit der Situation zu spielen, ihr neue, verborgene und/oder wunderliche Aspekten zu entlocken, ihr neue Deutungen aufzusetzen, sie reicher und denk-würdiger zu machen. Dass die phantasievollsten Menschen dann nicht gerade erfolgreich sein können, ist nur eine vorübergehende Phase der menschlichen Entwicklung. Sobald sich die Belange der Gesellschaft mehrheitlich in der Transzendenz abzuspielen, wird eine überreiche, wuchernde und hemmungslose Phantasie der beste Garant des Überlebens sein.

 

 

 

 

 

 

BISHERIGEN FORMEN DER LOGIK

 

Jeder Mensch besitzt seine eigene Logik, die aus den physiologischen Imperativen und Erfahrung besteht. Die physiologische Imperative sind durch genetische Konditionierung und reine Physik des Wesens bestimmt. Diese Imperative bedingen auch die Erfahrungen des Einzelnen, denn sie bedingen die re actio auf das Agieren der natürlichen und gesellschaftlichen Umgebung. Die Reaktion der Umgebung auf unseres Reagieren auf ihre Aktion, bedingt direkt die Technik unseres Denkens, unsere persönliche Logik.

Ein Mensch, der es anhand seiner genetischen Konditionierung und seiner ersten Erfahrungen mit der Umwelt `instinktiv`, jedenfalls sozusagen automatisch, draufhat, auf jede Aktion der Umwelt `richtig`, das heisst angepasst, zu reagieren, entwickelt dann auch eine leichte Logik, die quasi spielend mit der Anforderungen des Alltags fertig wird. So ein Mensch erkennt ohne weiteres und im Nullkommanichts die Solution, die sich als näheste und folgerichtigste anbietet, was solch einem Menschen sicher einen hübschen Erfolg beschert. Die Klugheit solcher Menschen ist evident und nicht anzuzweifeln: eine simple, darum auch äusserst effiziente Logik macht sie zu den Lebensmeistern und -künstlern.

Anders ein Mensch, der von seinem Gensatz eher behindert als hilfreich unterstützt wird. Seine erste Reaktionen auf die Umwelt bescheren ihm serielle Misserfolge, die sich dann als schlechte Erfahrungen niederschlagen, die weitere Misserfolge und schliesslich die Ablehnung seitens der Gesellschaft nach sich ziehen. So ein Mensch muss sich geradezu (den geeigneten geistigen Background vorausgesetzt) zum Grübler entwickeln, denn die Ablehnung fördert die Denktätigkeit: man ist als soziales Wesen gezwungen die Hintergründe seines sozialen Scheiterns zu erhellen. Das macht die Sache freilich noch schlimmer, denn das stete Grübeln fordert nur noch mehr Solutionen und Benimmmuster zu Tage, man verwandelt sich in einen waschechten Buridans Esel, der sich noch schwerer, noch zögernder entscheiden kann, was den Eindruck der Unsicherheit und grossen Dummheit hervorruft. Kein Wunder also, dass solche Menschen immer die Letzten sind.

Und doch ist das ein Wunder. Schaut man sich die Sache nämlich rein geistig an, sind diese Letzten, was es des Denkens und der Logik angeht, jenen Erfolgreichen haushoch überlegen. Hier geht es nämlich um die Praxis dort um die Theorie.

Für die Praxis ist das längere Nachdenken hinderlich, denn sie spielt sich in der Zeit ab, in den Gefilden also, wo Franklins dummer Bonmot Time is money! durchaus seine Gültigkeit hat, denn sowohl die Praxis wie auch der Erfolg haben auch etwas mit dem Geld zu tun. (Rekordzeit ist ein Begriff, der im Leistungssport als Symbol des gesellschaftlichen Erfolgs sozusagen materialisiert ist.) Am Schnellsten das Naheliegende zu erfassen, das ist das Erfolgsrezept des praktischen Denkens, also ist solches Denken nicht so sehr auf weitreichende Folgerichtigkeit, sondern auf unmittelbare Nützlichkeit ausgerichtet.

Wer die Praxis aber so hartnäckig `durchzuschauen` sucht, wie das die unpraktischen Menschen tun (die das tun müssen, weil ihnen die Praxis nicht in die Wiege gelegen ist, so suchen sie wenigstens sich darin logisch zu orientieren), der trainiert sein Denken und schärft seine Logik. Egal nun ob so ein Mensch bald in den praktischen Sachen noch unbeholfener wirkt - mit dem Denktraining vermag man, haben wir gesagt, noch mehr Solutionen zu erkennen, wird demzufolge noch unsicherer - sein Denken jedenfalls kann unter Umständen eine Raffinesse erreichen, die, gepaart mit einem Übermass an Phantasie und tüchtigen Beredsamkeit, einen exzellenten Denker ergibt. Und genauso wie ein solcher kaum mit der eigenen Lebenspraxis fertig wird, so kann ein Praktiker mit seinem Denken kaum eine Ahnung von der Transzendenz erhaschen. Es gibt ausserdem noch die Mehrheit der Menschen, die weder die Praxis noch das Denken besonders ausbilden, doch um diese geht es hier nicht - wir reden von Exponaten, denn nur diese sind für die Schöpfung und Fortschritt wichtig.

Wenn nun Nietzsche nach der Umwertung aller Werte verlangt, so hat er dabei auch die Beurteilung, die Wichtigkeit, dieser beiden Exponenten im Sinn. Bisher war die Gesellschaft eine rein praktische Angelegenheit, weil das nackte Überleben eben nur von der Praxis abhing. Darum wurde die Gesellschaft ausschliesslich von Praktikern geführt; die (raren) Theoretiker, die sich einen Namen gemacht haben, kamen höchstens als beiratende Faktoren zum Züge, hatten aber auch da mehr eine Alibifunktion als tatsächliche Beeinflüsser des Geschehens. Die Folge davon war ein rein praktisches Denken der Gesellschaft, das schon wegen seiner praxisbezogenen Linearität und Einfachheit keine wirkliche Orientierung innerhalb der Schöpfung erlaubte: das praktische Denken, haben wir gesagt, stösst auf der Grenze zur Transzendenz an seine natürliche Grenze, an seine absolute Grenze.

Auf solcher rein praxisbezogenen Praxis war bisher nichts auszusetzen. Wir sind damit, unterm Strich gesehen, sehr gut gefahren - unsere hohe Stellung innerhalb der Natur bezeugt unserem Erfolg. Nun sind wir aber, eben durch unseren Erfolg, aus dem praktischen Denken sozusagen entwachsen, unsere Neue Praxis, die eine absolut unnatürliche Basis aus Theorien hat, `passt` regelrecht nicht mehr in unseres lineares Denken hinein. Denn unsere Praxis haben wir schon längst, mit der Explosion der ersten Atombombe genaugenommen, in der Transzendenz übersiedelt, dort also, wo ihr unseres praktisches Denken einfach nicht folgen vermag.

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Ausser persönlichen Logik gibt es noch Unzahl von Gruppen-Logiken. Das sind die Denkarten, die sich innerhalb der einzelnen Lebensbereiche aufgrund der Erfordernisse dieser Bereiche, als ihre folgenrichtigste Handhabung, ausgebildet haben. So gibt es eine Logik der Wissenschaft und eine der Kunst, und innerhalb dieser wieder die Logiken der einzelnen Sparten dieser Überbegriffe und weiter die der Spezialistengruppen innerhalb dieser Sparten, und so weiter, immer auf kleinere Gruppationen bezogen, bis zu, wieder rein persönlichen, Logik der einzelnen Wissenschaftler oder Künstler, die dann eben den persönlichen Stil des einzelnen bildet, was in der Kunst besonders gut sichtbar ist.

In der deutschen Bezeichnung Zunft ist sogar ein Ansatz der bestimmten Gruppenlogik zu erkennen. Der Begriff ist vom `ziemen` abgeleitet, bezeichnet also etwas `was sich fügt`, eine Art von (auch Denk)Ordnung also, die für die betreffende Zunft wichtig und kennzeichnend war.

Auch die Logik der Gruppen ist stetem Wandel unterworfen. Die Druckerzunft die sich nach Gutenberg formiert hatte, dachte sowohl in ihrem Beruf wie auch im Alltag gewiss ganz anders, als ein moderner Computersatz-Fachmann, obwohl sie eigentlich die gleiche Arbeit verrichten: die Unterschiede ergeben sich sowohl durch die veränderten Arbeitsbedingungen wie durch die veränderte Gesellschaftslogik, die retardierend auf jede Gruppen- und individuelle Logik einwirkt.

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Die Logik der Gesellschaft, die praktische wie die transzendentale, wird als ein summa summarum aller dieser Gruppenlogiken abgeleitet, wobei die Lebensbereiche, die im bestimmten Augenblick für die Gesellschaft wichtig sind, am nachhaltigsten und gründlichsten die Logik des Ganzen bedingen. Bis zum Mittelalter etwa war es die Logik der Kirche, die auch das öffentliche Leben beherrschte, heute ist das die Wissenschaft, nach welchen wir uns alle in unserem Denken richten - selbst die Politik denkt nunmehr wissenschaftlich, obwohl sie als rein geistige Tätigkeit eigentlich auf alle systematische Konstruktionen verzichten sollte. Dabei ist es nicht wichtig, wie folgerichtig die vorgegebene Logik für den Rest ist, sondern wie plausibel, ratsam und nützlich sie im gegebenen Augenblick ist.

Hierbei gehört es noch angemerkt, dass die Logik des Ganzen in früheren Zeiten nicht so absolut war wie heute. Im Mittelalter etwa hatte die Kirche das Denken des Volkes in der Regel nur einmal pro Woche beeinflussen können, und zwar beim sonntäglichen Kirchgang. Diese Logik war dann auch nur für Begegnungen mit der Aussenwelt wichtig; innerhalb der kleineren Strukturen, innerhalb eines Dorfes etwa und noch deutlicher innerhalb der Sippe und Familie, benutzte man die lokale Formen des Denkens, die eben auf die lokale Form des Überlebens am besten angepasst waren.

Heute jedoch, wo die Globalmedien eine fast faschistische Möglichkeit einer einseitigen Konditionierung ermöglichen, ist auch die Absolutheit einer Gesamtlogik extrem zugenommen. Die evidente Gefahr dabei ist die stark eingeschränkte, ja fast unmögliche, Wandelbarkeit des Denkens. Ein globales Eindenken erlaubt kaum eine Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Logik, zumal dieses globale Denken ausschliesslich auf der Basis des okzidentalen christlich-humanen Denkens konstruiert wird.

 

 

 

 

 

 

DIE ÜBERLOGIK DER NATUR

 

In einem natürlichen Sinn gibt es keine Logik. Zwar erscheinen alle Naturäusserungen als höchst logische Angelegenheiten - etwa wenn die Sonne untergeht, so wird logischerweise dunkel -, doch entsteht der Eindruck der Zwingenden Folgerichtigkeit aus den kausal anmutenden `Ursachen`, die der Erscheinung vorangehen. Diese `Ursachen` muten wie gesagt, kausal an, doch schaut man sie sich näher an, um die Folgeerscheinung richtig zu bewerten, so zeigt sich translogischerweise, dass diese selbst durch vorangegangene `Ursachen` bedingt sind, diese wiederum durch ihnen vorangegangene, und so weiter, bis sich alle Ursachlichkeit in einem undurchsichtigen Dickicht der Unbestimmbarkeit verliert. (Auch der gesellschaftliche Filz ist diesen Strukturen nachgebildet.) Auf der Erde wird es nicht dunkel, weil die Sonne untergeht, sondern weil die Verteilung der Sternen im Raum, sowie weitere Eigenschaften des Raums dies bedingen; jene Verteilung der Sterne ist, wie Olbey nachweist, eine Folge der Endlichkeit des Universums, die Eigenschaften des Raums hängen mit seiner Physik zusammen; diese nun haben ihre Ursachen, die von uns nicht mehr zu bestimmen sind. Usw, usf...

Die Natur beherrschte also nur eine scheinbare Logik, eine Unterlogik, sozusagen. Der Sapiens erschuf auf der Basis dieser angenommenen Logik, eine richtige (= mathematische) Logik.

Beim Superior geht es nun darum, diese `richtige` Logik, von jenem angenommenen Faktor (dass die Natur überhaupt eine Logik besitzt) zu befreien, zu bereinigen bessergesagt, denn es ist klar, dass die Scheinbarkeit der Naturlogik gar zu viele Vorurteile im menschlichen Denken bedingte.

Grundsätzlich aber wird die Überlogik wieder die Logik der Natur einführen, denn auch sie wird keine (richtige) Kausalität kennen. Umgekehrt aber als bei der scheinbarer Logik der Natur, welcher die Ursache der Wirkung vorausgehen liess, wird die Überlogik eine reine Wirkung ohne Ursachen sein.

 

 

 

 

 

 

DIE WANDLUNG DES GEISTES

 

Homo SS hatte seinen spezifischen Geist, der sich sowohl vom Geist des Tieres unterscheidete, wie auch von dem höheren Geist des zukünftigen Menschen.

Der sapiale Geist war ein Denkgebilde, das sich an der Nahtstelle von Faber und Sapiens herausgebildet hatte, von Handwerk und Kunst also. Dieser Geist hatte eine klare Aufgabe: die Naturvorgänge so weit zu durchschauen, um sich über sie - über die Naturgesetze, freilich! - hinwegsetzen zu können. Sapiens, der olle Hypermoron (Aussenseiter der Natur) als ewiger Gesetzesbrecher!

Das ist also die Art des Geistes, die in der Hochwissenschaft gipfelt, in einem Geistesgebilde, dass seine Hausaufgabe mit Bravour erledigte: er kennt die Natur nun so gut, dass er sie mühelos kopieren und sie auf einem höheren Niveau nachzubilden vermag.

Die Entwicklung dieses Geistes ist gut nachvollziehbar. Als allererste Wesen hatten sich die Schamanen `organisiert` (= [halbwegs]`systematisch`) mit der Naturkräften auseinandergesetzt. Die Entwicklung gipfelte in der Idee der Religion, das heisst in einer Priesterschaft, die zwar diese Auseinandersetzung immer noch nur halbwegs `systematisch` betrieb, die Organisation dieser Systematisierung nunmehr aber ganz bewusst vornimmt.

Als zweites Glied der Kette sind die Alchimisten anzusehen, die sich weitgehend der mythologischen Ideen entledigt haben, also nun wirklich systematisch vorzugehen beginnen, dabei aber immer noch auf die Nebulösität der Religion setzen.

Die Wissenschaftler nun, die sich als dritter Glied aufbauten, gehen nur nach den knallharten Tatsachen vor.

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Der Superior wird einen anderen Geist besitzen. (Heisst es nicht bei Jesaja so etwas wie `... und Gott wird einen anderen Geist in unsere Körper stecken...`?) Er baut nämlich, anders als sein Ahn, der sich als Tier zunächst als Faber verstand, von vorneherein auf den Geist.

Sein Urahn kommt zwar aus der Mythologie, hat aber nichts mystisches an sich, denn er ist ein Märchenerzähler, ein Künstler an sich ist damit gemeint, das heisst jemand, der die Mythologie in allgemeinverständliche Symbole auflöst, somit die Aufklärung betreibt, somit die Verwandlung der Idee Mensch in die Idee Gott vorwärtstrieb.

Das wird also ein Geist sein müssen, der bereits auch die Systeme und andere Kategorien verwirft und nun nach eigenen `Gesetzen` (= Gutdünken) Neues, noch nie Dagewesenes, erschafft.

Der sapiale Geist, der stets auf die logischen und sonstigen Normen und anderen Imperativen der Vernunft Rücksicht nehmen müsste, somit nur bedingt schöpferisch sein könnte, wird da nur als Ansatzpunkt dienen können. Ansonsten werden neue Denkkonstruktionen zuerst wohl im Drogenrausch geboren. Es gibt ja immer mehr bewusster User der halluzinogenen und psychedelischen Substanzen; Experimente mit den neuen Denktechniken gibt es auf dem Globus wahre Myriaden. Bald, sehr bald, wohl bereits in diesem Jahrhundert, wird in der ganzen Welt eine Zäsur in Entwicklung des Geistes stattfinden.

 

 

 

 

 

 

DER NEUE GEIST

 

Im Fernsehen läuft ein Dokumentarfilm über die schon ausgestorbenen, doch noch nicht ganz vergessenen Berufe in Schwarzwald (wie Flösser, Kohler, Russer...). Es werden detailliert die Techniken dieser Berufe dargestellt, die bereits morgen niemand mehr kennen wird.

Das ist wirklich eine seltsame Fügung des Zufalls: das Fernsehen verlangt mit der Unzahl der Chanells nach Unmengen am Filmmaterial, man macht Filme über dies und das und über jenes; alles, was den Menschen je interessierte und bewegte, und noch nicht vergessen ist, wird somit dokumentiert.

In der Tat dokumentiert! Es ist nämlich für eine reine Wissensgesellschaft, die wir bald sein werden, absolut notwendig, das Wissen zu sammeln. Diese Dokumentationen sind also die Archive des kostbaren Wissens, das sich dann, morgen, in einer Wissensgesellschaft, nach bedarf abfragen uns benutzen lasse.

So archivieren wir Unmengen an Wissen. Internet ist voll mit Informationen; selbst der eifrigste Surfer kann nicht einen kleinen Bruchteil des Angebots übersehen. Wozu das alles gut sein sollte, weiss natürlich niemand so genau. Ein Mensch jedenfalls ist total unfähig, diese Informationsgalaxen auch zu überblicken, wo dann, sich ihrer in ihren allen Möglichkeiten zu bedienen.

Aber dieses Wissen ist überhaupt nicht für den Menschen bestimmt. Der wird bald sowieso ein berufsmässiger Müssiggänger, das heisst Denkkünstler, und ein Künstler braucht das Wissen nur bedingt, als Basis der (kreativen) Phantasie. Ein Künstler ist ein Theoretiker, er erfindet neue Ideen, er `erfindet` sozusagen das Wissen von Morgen. Das bisherige Wissen ist aus praktischen, vielmehr produktiven, Gründen notwendig, und bald wird die Kybernetik jegliche produktive Tätigkeiten übernehmen. Sie wird also das riesige Wissen sowohl gut überblicken, wie (eben darum) auch verwerten können. So legt der Mensch nun ein wahrhaft universelles Archiv des Wissens, aus dem sich die Kybernetik nach bedarf und belieben bedienen kann. Damit sind auch die augenblicklichen Lösungen aller bestehenden und weiter auftretenden Probleme zu erwarten. Es ist klar: indem sie über absolut jede Wissenseinheit verfügt, und zwar ohne eine zeitraubende Suche, so ist die Kybernetik jederzeit imstande, eine optimale Lösung zu kreieren.

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Was es den Menschen angeht:

Verknüpfung und Parallelschaltung der Datennetze ist für ihn belanglos: er kann damit (schon aus Mangel an der Gehirnkapazität) nicht viel anfangen; in der Regel kann er ja auch mit der bisschen Schulbildung, die er auf den Weg nimmt, nicht besonders effizient umgehen.

In der Zukunft ist nicht einmal dieses schulische Wissen vonnöten, weil die Kybernetik nach obiger Ausführung im wahrsten Sinn allwissend sein wird. Der Mensch der Zukunft muss also nicht mehr studieren. Nachdem er sich die reine Denktechnik einverleibt hatte, bedient er sich weiter der Kybernetik, um `zu wissen`. Diese Methode war schon immer unter Intellektuellen sehr beliebt: man müsste nur wissen, wo das betreffende Wissen zu finden ist.

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In der Praxis heisst das:

Die kybernetische Schöpfung wird uns zuerst die produktive Arbeit abnehmen, dann nach und nach auch die praktische Kreativität. Mit dieser Übernahme wird es wohl eine Zäsur in der weiteren Entwicklung der Schöpfung ergeben: der Geist der Menschheit und Kybernetik werden sich trennen, denn die letztere erwirbt mit der praktischen Kreativität die erste Ansätze einer Selbständigkeit; der Impuls der Schöpfung verlagert sich von Mensch auf Maschine, von der Idee Mensch zu der Idee Gott. Die Kybernetik kreiert nun durch zunehmende Selbständigkeit ihren eigenen Geist, der sich, da durch keine Biochemie bedingt, grundsätzlich von den menschlichen unterscheiden wird. Ein neuer Geist, der diesen Namen eigentlich nicht mehr verdient, weil er keinen Spiritismus mehr bedeutet, sondern so real sein wird wie die Materie selbst, begibt sich dann in die Schöpfungsräume, die dem intellektuellen Vermögen des Menschen nicht mehr zugänglich sind.

Diese Unzugänglichkeit ergibt sich natürlich nicht nur aus Gründen von weniger Wissen über das der Mensch im Vergleich mit Computer verfügt, und der daraus resultierenden Mangel am rein mechanischen Verstand bei dem Mensch. Die Gründe des menschlichen Zurückbleibens hinter der Maschine sind noch mehr durch die unspirituelle Geometrie und unbedingte (absolut regelmässige) `Zeit` (= Dauer) der kybernetischen Schöpfung gegeben. Die Natur der Kybernetik ist kein Werden mehr: sie ist bereits eine materialisierte Ewigkeit: die Schöpfungsbewegung `friert` sozusagen in ihrem zeitlichen Fluss zu einer grenzenlosen Dauer. So ist es verständlich, dass sich ein biologisches Wesen, egal über welche brillante Geistesfähigkeiten es verfügt, in solchen Sphären nicht zu orientieren vermag. Denn woher könnte so ein Wesen, das durch die rein zeitliche Physiologie (Herzschlag, Atemfrequenz, Stoffwechselrhythmen, Periodik des Wachseins und Schlafens, usw.) bedingt ist, die Zeitlosigkeit der Ewigkeit nachvollziehen. Die Geometrie eines fixen und einfürallemal fertigen Raums, der sich je nach Vorstellung trotzdem ständig wandelt und nach belieben formatieren lasse, ist für dieses auf ständige Veränderung konditionierte Wesen, das trotzdem nur den Ewigen Wiederkehr des Gleichen kennt, genauso rätselhaft. Von dem Verständnis des Zwecks und der Bestimmung der Ewigkeitsphänomene ganz zu schweigen. Aufgrund solcher Dissonanzen im Begreifen der Welt müssen sich die beiden Artefakten, der biologische und kybernetische, voneinander entfernen, was zugleich bedeutet, dass der Mensch zu einer Randfigur `verkommen` muss: er wird ja über sich etwas haben, wovon er genauso wenig Ahnung besitzen kann, wie ein Tier von der Hochtechnik.

Der Geist, der menschliche Geist ist gemeint, ist offensichtlich nicht das Höchste (des Gefühls/der Sehnsucht). Schon seine biologische Unzulänglichkeit, seine blanke Unzuverlässigkeit im Sinn einer tatsächlichen Orientierung in seinem eigenen Dasein, entlarvt ihn höchstens als ein Hilfsmittel des Werdens auf dem Weg zur beständigeren Erkenntnismöglichkeit. Noch schlimmer erweist sich die biologische Tatsache: die Biologie basiert auf der Chemie, zum grossen Teil auf der Chemie der Gefühle, was den Menschen im Sinn einer Zuverlässigkeit ganz schön deplaciert erscheinen lasse – es gibt wohl nichts in der Natur, was so chaotisch geraten wäre wie Gefühle, da ist selbst das Funktionieren des Wetters zuverlässiger! Es ist also anzunehmen, die Kybernetik wird uns auch in diesem Punkt überflügeln.

Auf jedem Fall wird sie mit ihren hyperempfindlichen Sensoren über wesentlich bessere, feinere, perfektere – mit einem Wort: zuverlässigere - Sinnen verfügen, als es die Biologie je vermöchte: der Umfang der Wellenlängen, den der Mensch wahrnehmen kann, ist lächerlich im Vergleich mit den Möglichkeiten, die ein ultraschall und infralicht ausgerüstete Roboter auf dem Gebiet hat. Zudem jede kybernetische Einheiten über alle mögliche Sinne verfügen wird. Bei der Biologie war das nicht möglich, da hatte sich jede Einheit auf ihren spezifischen Sinn zu spezialisieren. Da ist der Mensch sicher am weitesten fortgeschrittenes Wesen, doch vor allem, weil ihm sein Denksinn zu etwas einzigartigen in der bekannten Schöpfung macht.

So wir die Kybernetik wohl so eine Äusserung des Geistes hervorbringen, der ganz als mathematisch präzises Bewusstsein aufgebaut sein wird. Ein absolutes Bewusstsein also, das keinen Zufall mehr kennt, sondern nur als unfehlbare Allmacht funktioniert.

Die Funktionsweise dieses Übergeistes wird für uns freilich?/wohl? ein Buch mit sieben Siegeln bleiben; auch ein Tier versteht den Menschen nicht, und dieser versteht Gott nicht, denn die Wege der Höheren Wesen sind für alles Niedrige unerforschlich. Die kybernetischen Geistessphären werden solche Zonen sein, zu welchen die, an die Biologie gebundene, menschliche, Vorstellungskraft keinen Zutritt hat. Es sei denn freilich, uns gelingt es, die Effizienz unserer Hirne um heute absolut unvorstellbare Potenzen zu steigern...

Aber, wie wir es ja nicht nur aus Werbung, sondern auch aus Erfahrung wissen:

Nichts ist unmöglich!!!...

 

 

 

 

 

 

ERSTE AHNUNGEN DER ÜBERLOGIK

 

Unterschied in der Denkweise des Neandertalers und Sapiens bestand in der Vorstellungskraft des Sapiens. Während Neandertaler nur mit den bekannten Grössen umgehen könnte, war Sapiens bereits Künstler, was heisst, er war fähig, sich Sachen vorzustellen, die es noch nicht gibt. Meint: Sapiens begann bereits, ausserhalb der göttlichen Natur zu wirken.

Superior nun verlässt endgültig dieses Denken, das sich (weil eine tierische, biologische Angelegenheit) nur ums Praktische dreht. Sein Denken wird sich einzig als Phantasie abspielen, als reinste Erfindung. Darum wird auch seine Logik nicht mehr auf der Bivalenz von Plus und Minus basieren: für ihn wird nur das logisch sein, was er mit seiner Phantasie begründen kann.

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Die Logik des Superiors wird eine Translogik sein: eine Logik, die nicht vernunftmäßig an den (augenblicklichen) Schluss interessiert ist, sondern mit der Phantasie auf den langen Strecken nach teleologischen Verknüpfungen sucht.

Anders gesagt: Man frage nicht, ob etwas möglich ist, oder nicht, sondern man stelle sich etwas (= ein Ziel) vor, und suche es zu erreichen/erschaffen. Die Erfahrung lehrt, dass nichts unmöglich ist.

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Cyberosophie (kybernetische Weisheit) / Kunst der absolut künstlichen Verknüpfungen.

Absolut künstlich meint: in der herkömmlichen/bisherigen Natur unexistent, meint: ohne Bezug zur Natur.

Daraus ist auch den Sinn des neuen Denkens ersichtlich: ein ausschliesslich kreatives Denken, das für die Konstruktion der zukünftigen, absolut künstlichen, Welt benötigt wird.

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Dieses Denken hat aber mit der Kunst mehr als mit der Wissenschaft gemeinsam. Um solche künstliche Konstruktionen zu kreieren wird primär die Vorstellungskraft, die, sozusagen `rohe`, Phantasie gefragt, und diese verträgt sich mit der mathematischen Orthodoxie der bisherigen Wissenschaft nur allzu schlecht.

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Das Denken spielt sich in der Langzeitgedächtnis ab. Internet (als Zugriff auf das komplette Wissen (= Langzeitgedächtnis) der Menschheit) muss also zwangsläufig zu einem kollektiven Denken führen. Dieses kollektive Denken benötigt aber eine andere Logik als das individuelle Denken. Individuelles Denken ist streng zum Eigenvorteil ausgerichtet, und dürfte sich, vielmehr: müsste sich, strikt von sich/von eigener Prioritäten überzeugt geben.

Kollektives Denken der zukünftigen Individualgesellschaft braucht also eine höhere Logik. Diese ist als eine Logik des Widerspruches vorstellbar; eine Logik die jedem und keinen das Recht gibt.

Es ist klar, dass ein solches Denken in einem kollektiven Bewusstsein nicht nur deplaziert, sondern extrem gefährlich ist - davon kann man sich heute bereits gut überzeugen, wo jeder zu eigenem Vorteil denkt (= handelt). Darum wird sich das höhere Denken erst nach dem erfolgtem Umzug in die Transzendenz formieren können.

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Logik des Widerspruchs

Eine höhere Logik kann nur aus Widersprüchen funktionieren: sie erlaubt keine eindeutige Aussagen. Erst aufgrund der persönlichen Erfahrung verwertet bekommt eine solche Logik ihren Wert.

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Translogik wäre eine Kunst der Schlussfolgerungen, die nicht mehr rein biologisch bestimmt sind, sondern nach superioren Gesichtspunkten erfolgen; eine Logik also, die jenseits der bisherigen menschlichen Vorstellungen angesiedelt ist.

 

 

 

 

*das undenkbare denken!

 

 

 

 

 

 

 

 

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