kungfutius diagnostiziert: die krankheit der modernen gesellschaft hat einen namen:

debilitas monetae - monetarer schwachsinn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

eine kungfutianische frage:

man sagt, das geld würde nicht glücklich machen... ach, tatsächlich?!... und warum freuen wir uns dann alle, wenn wir welches bekommen?

noch ein grund für die geldgier

unsere freiheit ist keinesfalls die freiheit des menschen, sondern eine freiheit des geldes. geld ist dermassen frei, dass es auch seine besitzer frei macht.

ewiger zustand

entgegen den behauptungen der politiker hat die demokratie ihre vorgabe, nämlich die menschen gleich zu machen, beileibe nicht erreicht: immer noch gibt es reiche und arme leute, und in diese weise war die gesellschaft schon immer gespalten - und immer ungerecht.

einfache antwort

warum gibt es reiche und arme leute? fragt kästners pünktchen.

na, das ist klar wie die klossbrühe: reiche gibt es, weil es arme gibt, und arme gibt es, weil es reiche gibt.

goldfieber

die strassen werden aufgerissen:

 telekom gräbt nach gold.

geld schluckt zeit!

golgotha

geld ist gott unserer zeit, meinte heine. da ergibt sich für alle überzeugte atheisten ein interessantes betätigungsfeld: die kreuzigung dieses allerletzten und allerschäbigsten und allerperversesten gottes.

IN GOLD WE TRUST

Möge euch nie der Reichtum ausgehen, Ephesier, damit eure Schlechtigkeit an den Tag kommen kann.

Herakleitos

Objekt der Begierde

Es ist wohl - in der Regel - so, dass jene Menschen viel Geld machen und haben, die nach dem Geld gieren. Es genügt nicht, das Geld zu wünschen - wie wir das alle wissen. Man muss schon das Geld dermassen hoch halten, dass man unbedingt bereit ist, ihm alles andere zu opfern; dann wird man reich. Die Menschen, die das Geld nur wünschen, andere Sachen aber als wichtig erachten, haben logischerweise keinen Talent, viel Geld zu verdienen.

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Das Geld liegt auf der Strasse, sagt man; man brauche es bloss aufzulesen, meint man.

Wieder so ein vorschnelles Vorurteil. Nicht für jeden Menschen liegt der Zaster auf dem Pflaster. Sicher gibt es Menschen, die ihre Chance sofort erblicken und auch kaltblütig handeln können, und solche brauchen sich dann buchstäblich nur zu bücken, um das Geld aufzulesen. Andere aber, die vielleicht kein schnelles Blick oder kaltes Blut oder gar keines von beiden besitzen, die sehen – ohne dass sie gleich dumm sein müssen! – auf der Strasse nur Asphalt.

Sie sehen dann eben die Sachen, von welchen die Geldmenschen nicht träumen können.

 

 

 

Materialismus als Illusion

Man begehre das Geld, weil das eine gute Absicherung gegen die Unbill des Lebens ist. Es schirmt einen fast vollkommen ab - man ist in Sicherheit.

Man ist trotzdem nicht zufrieden, weil das Geld wie gesagt nur `fast vollkommen` abschirmt. Diverse Störungen des Lebensflusses, seelische, geistige und sonstige ideelle Dimensionen des Lebens (die immateriell, also mit dem Geld nicht unter Kontrolle zu bringen sind) bleiben trotzdem vorhanden und die machen all die Sicherheit, in der man sich wähnt, zu einer Illusion.

Meint: Auch Reichen haben ihr Päckchen zu tragen.

Allerdings können sie sich, da sie reich sind, dafür Päckchenträger leisten.

 

 

 

Der Mensch als andere Natur

Der Mensch ist eine Perversion der Natur, darüber gibt es keine Diskussion, das steht fest, das ist leicht zu beweisen. Die Schöpfung wird durch Sehnsucht angetrieben, allein den Menschen treibt die profane Gier an.

Die Gründe für die Pervertierung der Sehnsucht in die Gier, sind jedoch vollkommen natürlich, also keinesfalls in einem menschlichen Sinn pervers, meint böse, meint schlecht. Diese angebliche Perversion erfolgte mit dem Wecken des Bewusstseins und mit der Geburt der Kultur. Das Aufdecken der Zusammenhänge in der Natur führte zur Entstehung von Sorgen (um Morgen), die erste Kulturkeime (wie Vorratswirtschaft, wie Tausch) zeigten den Weg zur Neutralisierung solcher Sorgen (Sorge -> Vorrat -> Sorglosigkeit).

Interessanterweise führte diese Perversion der natürlichen Bewegung zum Vorwärtsdrang der Idee Mensch. Eben die Gier nach (mehr) haben bedingte den phantastischen Einfallsreichtum. Das will besagen: die Perversion einer Natur bedingte eine andere, neue, bisher noch nicht dagewesene Natur - die rein künstliche (= höhere) Natur des Menschen.

 

 

 

Das Brecheisen der Macht

Wie das Buch das Wissen externalisiert hat, so externalisierte (= demokratisierte?) das Geld die Macht. Bis zur Erfindung des Geldes war nur der Starke, das heisst in einem natürlichen Sinn der Gesunde, der Mächtige, und als solcher vermochte er seinen Willen auch den anderen aufzuzwingen. So sehr er damit die Eigenentwicklung dieser anderen hemmte, so war sein Vorgehen doch positiv: wie gesagt war er gesunder als die anderen (er musste gesunder gewesen sein, da es ihm gelang, seine Ansichten kraft seines Willens durchzusetzen), so lenkte er die Entwicklung in seine, gesunde, Richtung.

Mit dem Aufkommen des Geldes änderte sich die Situation. Natürlich hatten anfangs nur die Starken das Geld, doch die Schlauen erkannten sofort, wie sie drankommen konnten. Irgendwann dann hatten sie mehr Geld, damit automatisch auch mehr Macht als die Starken. Nun konnten sie sich als neue Herren etablieren und den anderen ihre Vorstellungen aufzuzwingen.

Da aber die Schlauheit als eine Art der Verleugnung der Realität gelten darf, so bedeutet sie eine Verfälschung der Natur. Im Gegensatz zur Stärke als einer gesunden Regung wirkt sie auf die Weiterentwicklung schädlich. Beständiges Leugnen der Realität muss einmal zur fatalen Diskrepanz zwischen der Existenz und der Realität führen.

 

 

 

Haben und Sein

Der Mensch erlebt sich nur als das, was er hat, nicht, was er ist, behauptet Erich Fromm. Er meint, das Bedürfnis zum Haben wäre ein produziertes Bedürfnis; vielleicht verwechselt er den Besitz und Konsum. Der Besitz ist ein tiefes Urbedürfnis des Menschen, wohl ein, bereits im Stammhirn verankertes Instinkt, und es darf vermutet werden, dass dieses Bedürfnis den Menschen vom Tier unterscheidet - kein Tier besitzt etwas (Besitz im Sinn von Wert). Der Besitz ist ferner die wahre Grundlage jeder Kultur. Nur auf seiner Basis ist eine Veredelung realisierbar. So bedeutet erst der Beginn der Vorratswirtschaft den Beginn unserer Kultur. Bei den Wilden, so Will Durant, herrscht entweder die Völlerei oder die Gefahr des Hungertodes, und keiner von diesen Zuständen ist kulturfördernd. Erst als man mit dem Vorrat einen Besitz begründete, bekam man die Möglichkeit zur kreativen Muse, welche die unumgängliche Grundvoraussetzung jeglicher Kulturregung bildet.

Es ist aber nicht möglich, bestimmtes über den Umfang des Besitzes zu sagen. Heute, wo in den entwickelten Ländern meiste Grundbedürfnisse auch für die Ärmsten ohnehin automatisch gestillt werden, ist, anders als früher, wo allein der Besitz adelte und man mit Grösse des Besitzes auch seine Kulturstufe zeigte, auch der grösste Besitz nicht unbedingt ein Massstab der Kultur. (Wobei die Kultur diesmal als Zeithaben für kreativen Müssigang definiert wäre.)

In diesem Sinn ist das Proletariertum heute keinesfalls eine Frage des Besitzes, sondern eine des Geistes. Sicher erleichterte der Besitz den Zugang zum Geist, doch ist er trotzdem kein Garant desselben: es gibt sicher Nabobs, die Proleten sind (weil sie doch keinen Geist besitzen), und es gibt auch edle Habenichtse, mit einem Überfluss am Geist.

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Sicherheit (im Sinn von Stetigkeit der Verhältnisse) - eine der Grundbedingungen der Biologie. Mangel an dieser materiellen Imponderabilien macht das Wesen in einem existenziellen Sinn unsicher. Hier kann man Hamsuns Worte: ”Die Liebe macht den Dummen klug, die Liebe macht den Klugen dumm.” variieren und behaupten: die Sicherheit macht den Dummen klug, die Unsicherheit den Klugen dumm.

 

 

 

Umgekehrt

In Russland werden die Reichen immer reicher und die Armen immer armer! entsetzt sich ein deutscher Fernsehreporter.

Ach wie schlimm! meint Kungfutius da: gut ist, dass man in Deutschland lebt, denn hier ist das genau umgekehrt! Hier werden eindeutig die Armen immer armer und die Reichen immer reicher.

 

 

 

Zeit für Kenner

Franklin fand, die Zeit ist Geld. Nun ist das Geld etwas profanes und minderwertiges. So aufgefasste Zeit ist selbst profan und minderwertig, was ihr wahrhaft nicht gut ansteht. Denn die Zeit ist, wie Schopenhauer es herausfand - edel.

Edel jedoch nicht im Sinn von kostbar, sondern im Sinn von köstlich: das ist ja der absolute Genuss, Zeit zu haben. Darum galt für die Lebenskenner (vor und nach Franklin) ohnehin immer nur der Spruch: time is honey!

(Ja, sicher: Man kann auch den Honig verkaufen. Ein Lebenskenner jedoch, ein wahrer Geniesser, ein Gourmet des Gefühls, geniesst seinen Honig selbst, verschenkt höchstens etwas davon an seine Freunde.

 

 

 

Die interessante Seite des Geldes

Ausgehend von der schlichten Tatsache, dass es im Leben eigentlich darauf ankommt, es sinnvoll zu verbringen, also ohne Leerlauf, ohne Langweile, kann man auch den Wert der Menschen bestimmen. In diesem Sinn sind die interessantesten Menschen die wertvollsten.

Was in diesem Sinn die Reichen interessant macht, ist klar ihr Vermögen. Mit dem Geld lasse sich ja alles kaufen, so auch ein interessantes, ablenkungsreiches Leben.

 

 

 

O, Kohle mio! oder Der prellerische Zeitgeist

Man regt sich über die Drei Tenöre auf, weil sie (angeblich) Steuer hinterzogen haben. Wer sich aber heute (in Zeiten eines beispiellosen Verfall der Moral) über solche Sachen aufregt, zeigt nur, dass er neidisch ist (meint: in der entsprechenden Situation würde auch er Steuer hinterziehen). Steuerhinterziehung ist heutzutage noch bagateller als ein Kavaliersdelikt, auf gar keinen Fall kriminell. Einerseits bezahlen eben die am wenigstens Steuer, die am meisten verdienen, anderseits gibt es heute, infolge der schrägen Moral der Zeit keine wirkliche Kriminalität mehr - abgesehen vielleicht von medialen Politlügen, Vergewaltigung und Mord aus Habgier... Jeder, der heutzutage irgendwelche Steuer hinterziehen (beziehungsweise wie auch immer Korruption betreiben) kann, tut das, ja es wird erwartet, dass man es tut, und die paar ganz naiven (= dummen), die das (noch) nicht geschnallt haben, werden als hoffnungslose Idealisten und gescheitert angesehen/ausgelacht.

Das – herrschende (= mächtige) - Volk lässt sich heutzutage so leicht prellen (vielmehr muss sich - da wehrlos - prellen lassen) - also prellt es jeder.

 

 

 

Die Unvollkommenheit des Geldes

Das Geld macht glücklich; das steht fest, sonst würden wir nicht (fast) alle danach gieren. Was man aber tatsächlich meint, wenn man behauptet, dass das Geld nicht glücklich macht, ist etwas anders. Man meint, dass das Geld nicht befriedigt. Das Geld ändert an der persönlichen Situation rein gar nichts. Man kann mit dem Geld zwar alles kaufen, doch keine innere Ruhe, keine Zufriedenheit mit sich selbst, keine Befriedigung mit dem Schicksal.

 

 

 

Besitz & Beute

Das ist nicht dein Geld!

Doch! Ich habe es gestohlen!

(Aus dem Film `Wilde Kreaturen`)

Bei den Urmenschen war der Besitzsinn absolut. Die ersten Tauschgeschäfte liefen so ab, dass die eine Seite ihre Ware an der geeigneten Stelle liegenliess und sich zurückzog. Die anderen betrachteten nun die Auslage und legten ihre Objekte daneben. Nun dürfte wieder die erste Seite den Angebot begutachten. War man damit nicht zufrieden, liess man es einfach liegen und die andere Seite könnte ihren Angebot noch erhöhen; könnte man sich nicht einigen, nahm jeder seine Sache und ging weg. Betrug und Diebstahl waren unbekannt.

Warum da so war, ist klar: damals gab es noch keine Ausbeutung, was man besass, hatte man selbst erwirtschaftet und das wurde von allen geachtet. Der Mehrwert kam erst mit der Organisation der Arbeit auf; man potenzierte die Kraft des einzelnen Menschen ins unermessliche, um mit dieser grossen Kraft mehr zu erwirtschaften, damit alle davon etwas haben, so ist der Besitz nur eine Folge der Ausbeutung dieses gemeinsamen Mehrwertes, und der Eigentum nach Proudhon nur Diebstahl an der Gemeinschaft. Darum gibt es nichts, was einem tatsächlich gehört. Wie man es erworben hat, legal oder illegal, das ist ganz egal, man hat es auf jedem Fall gestohlen. Darum gibt es heute keinen Besitz, heute gibt es nur Beute.

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Privat(io) kommt von lateinisch privare, was schlicht und einfach Raub bedeutet.

 

 

 

Die Zeiten der Tycoons

Die Wahl Karls V. zum römischen Kaiser kostete das Haus Fugger an die 850 000 Gulden.

Wenn man nun berücksichtigt, dass ein Magd damals anderthalb Gulden jährlich verdiente, und im gleichen Verhältnis über den Daumen peilt, so wird die Wahl George bin Bushs zum Weltkaiser das Haus Microsoft etwa 10 Milliarden Bucks gekostet haben.

 

 

 

Ehre und Geld

Menschen fühlen sich in ihrer Ehre verletzt, doch das ist absurd. Die Menschen nämlich, die eine echte Ehre besitzen, die also vor sich selbst redlich sind, können praktisch in ihrer Ehre nicht verletzt werden: die Redlichkeit ist auf jeden Fall eine Ehre und kann durch keine Angriffe angezweifelt werden (von Inhaber der Ehre selbst angezweifelt). Ich weiss, dass ich redlich bin, wer anders denkt ist sich selbst schuldig! - also spricht der wahrhaft Ehrbare.

Derjenige aber, der an sich zweifelt, weil ihn seine Ehre nicht als selbstverständlich erscheint, weil ihr keine (wenigstens halbwegs) unbefleckte Redlichkeit zugrunde liegt, der ist sozusagen gezwungen die, auch vor und von sich selbst, angezweifelte Tugend zu verteidigen. Dabei übt er die Rache aus, womit er zeigt, dass es ihm wehtat, als seine Ehre angezweifelt wurde; zeigt somit, dass seine Ehre - auch und vor allem in eigenen Augen - nicht intakt ist: intakte Ehre kann nicht gekränkt werden.

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(Das schlimmste ist freilich, wenn man sich seine Ehre von einem Gericht wiederherstellen lasse, indem man auf eine Entschädigung pocht. Franz Josef Strauss war darin besonders penetrant, seine Widersacher wegen der verletzten Ehre auf Schadenersatz zu verklagen. Trotz seiner Abitur wusste der Politiker also nicht, dass das eine sehr fragwürdige, ja eindeutig schäbige Ehre ist, die sich mit dem Geld wiederherstellen lasse – Geld und Ehre sind strikt humanistisch gedacht nicht zu vereinbaren.)

 

 

 

Dumm aber reich

Ein Steuerberater des Sonnenkönigs sollte eine besonders schlaue Steuer erfunden haben - eine Intelligenzsteuer. Diese sollte so vor sich gehen, dass sich jedermann selbst nach seiner Intelligenz schätzt, und danach die Steuer entrichtet: je höher die Intelligenz um so höher die Abgabe. Die Idee ist klar: man setzte auf die ewige Eitelkeit der Menschen und hoffte, niemand würde sich die Blosse der Dummheit geben wollen, sondern sich vielmehr als genial schätzen und die höchste Abgabe zahlen.

Diese Steuer wurde nie eingeführt. Man darf vermuten, dass ihrem Erfinder ihre Irrealität aufgegangen war. Beim Geld hört wie bekannt der Spass auf, und es war zu erwarten, dass es keinen Menschen geben würde, der nicht lieber ein Vollidiot als eine Handvoll Goldstücke ärmer wäre.

 

 

 

Die Relativität der Realität

In dieser schäbigen, primitiven Welt der sogenannten Realität und einer Pseudowirklichkeit wird jeder gelungene Mensch, der an Realitäten und an Macht und an Bares irgendwie nicht so glauben mag, als verrückt angesehen; was nur recht und billig ist, da er viel zu dumm ist, um einzusehen, wie toll unserem Mr. Präsident der sauteuere Armanianzug passt. Und da sich Mr. Präsident solch einen kostspieligen Schneider leisten kann, muss der geliebte Mr. Präsident ein erfolgreicher, also kluger Mensch sein, so muss mit der gleichen unerbittlichen Konsequenz jeder verrückt sein, der das Gegenteil behauptet.

Dabei ist dieser nur von der allgemeinen Position abgerückt, von der Überzeugung, dass jemand, der teuere Anzüge trägt, also erfolgreich ist, zugleich auch unbedingt klug sein muss. Ganz im Gegenteil! In unserer Zeit, die in die Geschichte zweifelsohne als das Zeitalter der Heuchelei eingehen wird, ist eine wahre Klugheit (Klugheit im Sinn von `Erkennen um des Erkennens Willen`) beim Erfolghaben schwer hinderlich.

Zumal auch jener erfolgreicher Herrenschneiderlein nur Nebel und Eitelkeit verkauft, da es den gleichen Anzug (diesmal aber nicht Made by Armanis fleissigen Kulis, sondern direkt Made in Hong Kong by King Kong) bei `Pfennigfuchser`, `Urban`, `Preisinferno`, `Woolworth` oder bei einem anderen billigen Jakobus für läppische 30 Euro gibt – sogar mit zwei Hosen ausgestattet!

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Du bist jetzt eine von uns: reich!

(Rosamunde Pilcher)

Früher gab man mit Kleider seinen gesellschaftlichen Status kund. Dann kam der Wohlstand und heute vermag sich quasi jeder Penner jederzeit im Smoking und Lackschuhen eines Bonvivants darzustellen. Als Statussymbol taugen die Kleider also nichts.

Heutiges Statussymbol ist das (Plastik)Geld. Man kann auch in den uralten, vom ewigen Waschen ausgebleichten und durchlöcherten Jeans daherkommen: sobald man aus der Gesasstasche seine Kreditkarte gezogen hatte (am besten – natürlich! – eine goldene), ist alles in bester Ordnung und man hat grenzenlosen Kredit und Zugang zu der allerfeinsten Gesellschaft, mag man ansonsten auch zur Russenmafia gehören. Man ist wohlhabend, also erfolgreich, also in gesellschaftlichen Sinn gut, so stehen ihm genauso alle Türe offen, wie früher dementsprechend angekleidetem Edelmann auf der Grande tour alle Türen offenstanden – auch dort, wo man ihn nicht kannte.

Es ist klar, warum das Geld zu einem solchen Statussymbol werden könnte. In einer Welt, in der es nicht genug für alle gibt, und fürs Geld alles zu haben ist, solidarisiert man sich mit jedem Geldmenschen, zollt ihm die gebührende Achtung und hofft insgeheim als armer Mensch auf Dank für die Solidarität, auf etwaige Hilfe also, die ihm ermöglichen könnte, selbst zu den (Erfolg)Reichen aufzusteigen.

Und als selbst Erfolgreicher solidarisiert man sich mit anderen Gleichgeratenen, denn die Solidarnost ist der beste Garant des Gruppenerfolges: together we`re (noch) strong(er), nicht wahr?

Das meint, dass mit der Lösung des Populationsproblems der Verfall des Geldes als das Statussymbol angesagt sein wird und aufkommen von Ruhm und Ehre als Affirmativ dazu. Da es da auch ohne irgendwelche Arbeit Güter für jeden genug sein wird, so wird man zunächst, in einem Übergangsstadium damit angeben können, einen Arbeitsplatz zu haben, mit der weiteren Abnahme der Arbeitsmöglichkeiten wird die Arbeit dann immer ehrbarer, denn schon die Tatsache, dass man in einer automatischen Welt eine Arbeit haben wird, wird schon bedeuten, dass man zu den Denkenden und zur absoluten Spitze gehört.

 

 

 

Eine gute Frage

Geld ist eine enorm teuere Angelegenheit. Jeder Reichtum will bezahlt werden. Manchmal hat der Reichtum sehr hohen Preis. Mit dem Erwerben von Erkenntnis ist das anderes, dafür braucht man ausser Muse kaum noch andere Mühe.

Warum wollen dann um Himmelswillen alle Menschen reich (= schlau), und kaum einer klug (= weise) werden?

 

 

 

Das Recht des Schlauen

Heute ist Geld das,

was früher das Recht des Stärkeren war.

(Van Gogh)

Seit der Revolution herrscht bei uns nicht mehr das Recht des Stärkeren/Klügeren, sondern des Gemeineren/Schlaueren.

Nur starke oder schlaue Menschen können nämlich Geld haben. Und da bei uns die Stärke verpönt ist...

 

 

 

Das Kapital: grenzenlos

Der Nationalstaat ist nunmehr total belanglos geworden und nur den Bonzen, den Politikern und Beamten, wichtig, da sie ja von ihm leben. Das Kapital ist schon längst multilateral und gibt sich mit dem einzelnen Staat nur insofern ab, wie ihm dieser die Ausbeutung der Nation erlaubt.

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Nationalität ist auch an sich passe. Schon längst arbeitet Herr Müller nicht mehr für Herren Benz-Daimler, sondern für Mitshubishi-San aus Osaka, genauso wie in Osaka die Japaner für Franzosen (respektive Italiener, Engländer, Kanadier) schuften, wie in Mexiko für Yaenkee-Dollars und in USA für deutsches Kapital geschuftet wird. Bereits aus dem Grund ist jeder Versuch, die Nation, in welcher Form auch immer zu erhalten, nur sinnlos. Auch die EU, als eine pannationale Form aller europäischen Nationen, ist nur eine zu späte Erscheinung, ein unzeitgemässes Versuch, die Nation auf der nächsthöheren Stufe des gestriges Nationalismus zu retten - ach werden wir alle stolz sein, Europäer sein zu dürfen! Man darf dem Versuch sogar eine gewisse Gefährlichkeit attestieren, denn er bedeutet eigentlich Behinderung der `normalen` Entwicklung. Die Menschheit befindet sich nämlich gerade vor den ersten Stufe des komplizierten Versuches, sich der Nationalität (das heisst auf längere Strecken gesehen, des Staates selbst) zu entledigen; da bedeutet also jegliche Umstrukturierung auf dem überkommenen Level nur Aufschieben von wichtigen und dringenden Entscheidungen und Alternativen.

 

 

 

Maximum-Power

Der gravierende Nachteil des Kapitalismus besteht in der Maximierung des Kapitals. Der Rubel rollt (wie alles, was keinen eigenen, inneren Antrieb besitzt) nur auf einer schiefen Ebene, und je heftiger die Kulmination um so schiefer die Lage, um so schneller rollt die Münze.

Irgendwann ist dann die Situation erreicht, wo das Geld alles aufwiegt, darum überhaupt keinen Gegenwert hat, darum also absolut wertlos.

 

 

 

Geld als Wert der Arbeit

Aufgabe des Geldes wird auch bald fällig sein. Eine Gesellschaft, die keine Arbeit kennt, sollte auch kein Geld mehr haben.

Geld war ja als Entlohnung der Arbeit gedacht und diente als solches zur Bezahlung von Leistungen. Da nun aber in der absehbaren Zukunft (von Mensch) keine Leistungen mehr erbracht werden, so heisst das, dass der Mensch kein Geld bekommen kann, was anderseits heisst, dass er die Leistungen (der Maschine) kostenlos bekommen muss.

 

 

 

Tod der Arbeit/Tod des Geldes

Erste Postulate einer neuen Gesellschaft lassen sich bereits aufstellen. Sie haben etwas mit der Arbeit und Geld zu tun (s.: Geld als Wert der Arbeit).

Geld als (Mehr)Wert erschuf die produktive (= nicht ausschliesslich aufs Überleben ausgerichtete) Arbeit: durch sie war ein Mehrwert zu besorgen. (Mehrwert im Sinn von Reichtum, also etwas, was über die Überlebensnezesität hinausging.) Da dieser Mehrwert nun auch ohne menschlicher Arbeit erschaffen werden kann, verliert das Geld seinen Sinn: wo kein Mehrwert von Einzelnen produziert wird, da kann auch kein Mehrwert von Einzelnen ver- beziehungsweise gekauft werden. Erst der Tod der Arbeit/des Geldes wird also das ermöglichen, was bisher keine Revolution schaffte: die Menschen gleich (im Sinn von wertgleich) zu machen.

 

 

 

Von Arbeit und Geld

a) Arbeit als Sklaverei und als Spiel.

Der Mensch ist faul, beklagt man. Sicher, das stimmt! Doch der Mensch ist nur da faul, wo es um langweilige, stupide, viehische Maloche geht - doch diese Arbeit werden uns die Roboter sehr bald abnehmen.

Jene Arbeit jedoch, die interessant ist, im Sinn von abwechslungsreich und abenteuerlich und fast wie ein Spiel, oder die besonders verzwickt ist und nach grossen geistigen Leistungen verlangt, oder viel Ehre bringt, solche Arbeit würde ohnehin jeder Mensch auch ohne besondere materielle Anerkennung gerne erledigen. Vorausgesetzt, die Arbeitszeit würde nach freier Disposition erfolgen. Und da man beachtliche Reserven an solchen arbeitswilligen hätte, so wäre die weitere Kontinuität der menschlichen Entwicklung auch in einer Gesellschaft ohne Geld abgesichert.

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b) Geld als Wert der Arbeit.

Aufgabe des Geldes wird auch bald fällig sein. Eine Gesellschaft, die keine Arbeit kennt, sollte auch kein Geld mehr haben.

Geld war ja als Entlohnung der Arbeit gedacht und diente als solches zur Bezahlung von Leistungen. Da nun aber in der absehbaren Zukunft (von Mensch) keine Leistungen mehr erbracht werden, so heisst das, dass der Mensch kein Geld bekommen kann, was anderseits heisst, dass er die Leistungen (der Maschine) kostenlos bekommen muss.

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c) Unsere Vorgabe:

Rationalisieren bis zum Tod des Dollars: ohne Arbeit kein Konsum – ohne Konsum ist das Geld sinnlos.

 

 

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