von klugheit und glück:

wie es heisst, sind nur dummköpfe immer glücklich.

d.h. nur kluge menschen können unglücklich sein.

schlussfolgerung: die unglücklichsten menschen sind die klügsten.

sozusagen komisch

eine seltsame gleichheit ist das! äusserlich durfen wir uns nach belieben unterscheiden, innerlich aber müssen wir alle gleich sein, alle auf gleichem trip - alle sozusagen brutal gut.

KURZ & BÜNDIG

Eine kleine Korrektur

Der Slogan `Freie Fahrt für freie Bürger` ist lächerlich. Korrekterweise sollte es heissen `Freie Fahrt für unfreie Bürger`, denn man rast, weil man dazu gezwungen wird, eben also weil man nicht frei ist. Freie Menschen rasen nicht, weil sie auch vom Diktat der Zeit frei sind.

 

 

Der Gipfel der Heuchelei

Szene aus einem Willy Wooff-Film:

“Das ist doch nicht meine Schuld, dass ich so reich bin!” sagte der junge, blendend aussehende, sportliche und auch sonstwie äusserst attraktive Mann desperat.

 

 

Die Klugheit des Narren

In einem Dokumentarfilm über Buster Keaton wird behauptet, der Komiker starb mit dem Rosenkranz in einer und einem Kartenspiel in der anderen Hand: wohin es ihn nach dem Tod auch verschlagen sollte, so war er dafür gut gerüstet.

 

 

Behutsame Ausdrucksweise

... behutsame Gewalt im Dienst...

(RTL-Reporter über Polizeiübergriffe gegen Castor-Demonstranten)

 

 

Und noch eine Frage

In den letzten Jahren wird eine stete Abwanderung der Arbeitsplätze in die Dritte Welt registriert. Ist das nun ein Versuch, die Güter und Werte gerechter zu verteilen, oder aber ein letztes Sacco di Roma (= Ausplünderung) der Dritten Welt?

 

 

Die Macht der Beeinflussung

Ein russisches Mädchen über die ehemaligen SU:

Das war so ein freundliches, gutes Land. Das haben sie uns auch in der Schule erzählt...

 

 

Das Macho-Schicksal

Dem Ami JOHN WAYNE Bowitt wurde von seiner Frau der Schwanz abgeschnipselt. Also, wenn in diesem Akt und bei dem Namen keine tiefe Symbolik liegt!

 

 

I owe my soul to the company store!...

Ein Student, der mit Bafög studiert, muss nach dem Studium 72000 Mark oder zwanzig Jahre lang etwa 300 Mark monatlich zurückzahlen. Im Klartext bedeutet das: man studiert, um Sklave zu sein.

 

 

Optimum und Pessimum

RTL hat bessere Einschaltsquoten als SAT.1, obwohl die beiden Sender den absolut identischen Mistprogramm für identisch denkende Gleichheitsgesellschaft bringen. Vielleicht erklären die Wetterfrösche beider Sender diesen Erfolg von RTL. Die Wettervorhersagen bei SAT.1 geraten immer wesentlich pessimistischer als die von RTL.

 

 

Lügner oder Verrückter

Sacher-Masoch meint, jeder Mensch ist ein Lügner, nur es gäbe zwei Arten von ihnen: die die anderen belügen und die Idealisten, die sich selbst belügen. Diese anderen, die Idealisten, sind aber nach Meinung Schopenhauers keine Lügner, sondern Verrückte.

 

 

Schrecklich!

Ein makabrer Anblick: die Grabsteine mit den Fotos der Verblichenen, worauf diese fröhlich und übermütig lächeln.

 

 

Zeitig

Im Fernsehen singt ein Duo `Stell‘ dein Herz auf die Sommerzeit um`. Die beiden strahlen dabei so, als hätten sie es gleich bei der Geburt auf die Sommerzeit umgestellt.

 

 

Die Rache der Fellachen

Man erzählt sich, in Ägypten gab es so viele Mumien, dass man am Anfang des Jahrhunderts, beim Beginn der Eisenbahnära in Ägypten, sogar die Heizkessel der Lokomotiven mit diesem preiswerten, hochkalorischen, gut brennbaren Heizmaterial feuerte.

 

 

Izime

Eine Schulklasse in Japan wird vom Fernsehen besucht. Gibt es bei euch Mobbing (jap: izime)? fragt der Reporter.

Klar, meinen die Knirpse. Und gegen wen? Tja, gegen alle, die anders sind.

Und wer hat es persönlich erlebt?

Alle heben die Hände: alle sind anders – alle Individuen.

 

 

Mal was grundsätzliches:

Intelligenz ist die Fähigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren. – eine Definition von Faulkner, die nur in einem rein biologischen Sinn stimmt. Ein jedes Tier und jede biologische Einheit ist um so erfolgreicher (= intelligenter), je nahtloser es/sie sich an die Umgebung anpasst. Rein human gesehen ist das aber keine Intelligenz. Humane Klugheit besteht darin, die Umgebung beständig zu wandeln, sie zu perfektionieren, sie besser zu machen. Und das kann man kaum, wenn man sich an die Umgebung anpasst.

 

 

Die Merkwürdigkeit des Orakels:

Wer allein läuft, wird stet Sieger! behauptet das Orakel. Wie ist das wohl gemeint? Ironisch? - im Sinn, wenn man allein läuft, kann man so langsam und trottelig sein, wie man nur will, einen anderen Sieger kann es ja eh nicht geben. Oder anfeuernd? - im Sinn, wer sich nur auf sich selbst verlässt, der wird eines Tages so stark, dass er einfach siegen muss.

 

 

Blinde Passagiere

Kästner beschreibt in einem Gedicht das Leben als einen Zug: wenn man stirbt, steigt man einfach am nächsten Bahnhof aus, fährt nicht mehr mit.

In diesem Kontext wären die Ermordeten jenen, die man sozusagen während der Fahrt `rausgeschmissen hatte.

 

 

Definition der Lüge:

Lüge ist die bewusste Falschdarstellung der Sachverhalte, zwecks Eigenvorteils oder Schädigung des Anderen.

Lüge ist nicht als Geschichte/Märchen gegeben, da diese an sich harmlos sind, und als schöpferische Gebilden betrachtet werden müssen.

 

 

Lernt denken!

Denken können heisst, eigene Gedanken stets anzuzweifeln. Das fordert einerseits die Phantasie (um sich möglichst raffinierte Gegenargumenten auszudenken), schliesst anderseits die gröbsten Irrtümer aus.

 

 

Vom Wert der Ansichten

Alle Ansichten sind äquivalent: jede hat recht. Recht für sich selbst, wohlgemerkt, keine hat recht für die anderen.

Wobei es freilich konservative (= rückständige) und progressive (= höherwertige) Ansichten gibt.

 

 

Recht oder Gesetz

Recht ist, was der Freiheit dient! – meinte Thomas Dehler. Das heisst, die Gesetze können überhaupt nicht rechtens sein, denn sie dienen der Knebelung der Menschheit.

 

 

Die eiserne Monogamie

Mit der Macht, sagt Andre Malroux, mit der Macht kann man nicht flirten – man muss sie heiraten. Daraus darf man folgern, dass jeder verheiratete Politiker ein Bigamist ist.

 

 

Das Endziel

Des menschliches Lebens letztes Ziel ist Glückseligkeit. Eine Feststellung Thomas von Aquins. Da kann man nur eine Bemerkung machen: nur Gott kann glückselig sein.

 

 

Verirrung(en der Logik)

Verirrt man sich, so hat man eigentlich nicht `sich verirrt`, denn man weiss zuverlässig, wo man ist, man sieht ja den Ort, an dem man sich befindet, deutlich vor Augen - es sei denn, man ist blind. Was man nicht weiss: wo die anderen sind (zu welchen man wollte), so haben sich eigentlich diese anderen verirrt.

 

 

Von der Perversität des Normalen

Sich fügen, heisst lügen.

(Erich Mühsam)

Ausgehend davon, dass Verstellung als Lüge an sich pervers ist, darf man behaupten, dass jede Normalität pervers ist. Eine wahre Normalität gibt es nämlich nicht, da sich jeder Mensch, jede Situation und jeder Zustand unterscheiden. So bedeutet das: jede Normalität ist ein Zustand der Verstellung, das heisst des Lügens.

 

 

Optimismus/Pessimismus – definitiv:

Eine endgültige Definition des Optimist-Pessimist-Begriffes. Ein Optimist ist ein Mensch, der glaubt, nunmehr sei es so schlimm, dass es einfach besser gehen muss; ein Pessimist weiss dementgegen, so schlimm kann es überhaupt nicht sein, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte.

 

 

Viva Wiwa oder die schrecklich humane Gesellschaft

14. Oktober 1999 - Themenabend in Arte über IWF

Ein Vertreter der IWF im Gespräch mit einem nigerianischen Politiker, der neue Kredite will und den IWF-Herrn bittet, flexibler zu sein. Aber sicher! Aber gerne! meint dieser: wir sind gerne flexibel, doch auch die Regierung Nigerias sollte flexibel werden... "Regieren Sie ihr Volk strenger, und sie bekommen sofort neue Kredite!" meinte der IWF-Herr wortwörtlich.

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Erinnert sich noch jemand, übrigens, an Ken Saro Wiwa?... Wie brutal vehement Europa und Amerika (die Bosse und Träger des IWF!) aufschrien, als die nigerianischen Politiker im Auftrag des Shell-Familienclanes eine konsequente Strenge demonstrieten und Wiwa umbrachten... Erinnert sich noch jemand daran?

 

 

Und morgen wird man noch kraftvoller zubeissen können!

            Den beiden Dieters (Hildebrandt und Hallervorden) gewidmet.

Ein zahnloser Mund hat kein Recht auf jede Wahrheit, meinte Nietzsche.

Dieses Statement verdeutlicht Probleme, die der Meister mit dem Fortschritt hatte. Er hatte sich wohl nicht vorstellen können, eines Tages wird man Zahnprothesen bauen, mit welchen ein grauer Panther wie mit eigenen Beisserchen zupacken kann.

 

 

Endzeitlich

Was in `Mad Max` oder `Waterworld` und ähnlichen Endzeitstreifen auffällt: nach dem Grossen Knall verwildert die Menschheit wieder in die Steinzeit zurück. Dabei behalten sie doch alle ihre Kreditkarten! - wahrhaft eine Goldene Horde!

 

 

Prophetentum

`Die Schriftstellerei ist, je nachdem man sie betreibt, eine Infamie, eine Ausschweifung, eine Tagelöhnerei, ein Handwerk, eine Kunst, eine hehre Tugend.` - schriftstellerte Schlegel.

Die letzte Bestimmung der Literatur, die Bestimmung der Kunst überhaupt, eine Ahnung vom Kommenden vorzugeben - die Kunst/Literatur als Prophetie -, diese finale Bestimmung wer ihm entgangen. Dabei war es doch sein Freund Novalis, der diese finale Endgültigkeit der Schriftstellerei so prachtvoll demonstrierte.

 

 

Bivalenz

Jean Paul nannte die Erinnerung den einzigen Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können...

Potztausend! So ein Glückspilz! Müsste der aber schöne Erinnerungen besessen haben!...

Denn es gibt Menschen für die ihre Erinnerung nur eine brennende Hölle ist, der sie um nichts in der Welt zu entrinnen vermögen.

 

 

Heissköpfe und Kaltbluter

Coolsein ist wirklich alles!
Denkfähigkeit ist im eigentlichen Leben, in der Lebenspraxis nicht wichtig. In der Praxis ist es wichtig, kaltes Blut zu haben. Hat man nämlich dieses nicht, so hilft keine, auch noch so blendende, Denkfähigkeit, denn diese funktioniert in der Aufregung eh nicht, so ist auch der grösste Dummkopf mit kaltem Blut dem aufgeregten Denkkünstler überlegen, denn auch schlechte Einfälle des Dummkopfs sind besser als überhaupt keine Einfälle des aufgeregten Huhnes

 

 

Gute Gedanken

Das Glück im Leben hängt von den guten Gedanken ab, die man hat. – meinte Marc Aurel.Diesen Satz kann man doppelt werten, aber in beiden Wertungen stimmt er nur zur Hälfte. Nimmt man ihn in einem schöpferischen Sinn, und `gute Gedanken` als Phantasie und Kreativität ansieht, ist der Satz goldrichtig und ein Treffer ins Schwarze; allerdings ist das Glück, das man dann hat, nicht gerade von irdischer Qualität. Ganz anderes aber in einem ethischen Sinn, da ist eben umgekehrt der Fall: nur wer sich `richtige Gedanken` macht (richtig im Sinn von Durchschauen und Vorausplanen der Situation) kann pragmatisch (= ohne irgendwelche Rücksicht auf gut & böse) wirken. Der hat dann zwar keine guten Gedanken, gewiss aber viel Glück im Leben.

 

 

Unklarheit über faschistische Zustände

Das Dilemma der Weimarer Zeit brachte man in einem Liedchen zum Vorschein:

        Keiner weiss, wer einer ist:

        Nazi oder Kommunist!

Das Dilemma von heute wäre mit anderen Nominativen ebenso deutlich aufzeigbar:

        Keiner weiss, wer einer ist:

        Prolet oder Kap`talist!

 

 

Was ist hier wohl das Wichtigste?

In einer TV-Reportage aus China erzählte ein kleines Mädchen (vielleicht 10) aus der aufkeimende Mittelklasse, das also bereits mit Computer und modernen Medien aufwächst, und den american way samt und sonders beherrscht, es möchte viel, viel Geld haben.

- Ist das Geld das Wichtigste? - fragte der Reporter.

- Nein! Die Gesundheit ist das Wichtigste! Die braucht man, denn nur wer gesund ist, kann viel, viel Geld verdienen.

 

 

Persona non grata (oder die Erziehung zur Lebensklugheit)

Mittagszeit auf einer ruhigen Vorrortsstrasse. Eine Mutter hat ihre Tochter von der Schule abgeholt. Zwei-drei Meter hinter ihnen gehend, muss man jedes Wort mitbekommen, die sie wechseln. Sie unterhalten sich über den Kindergeburtstag; die Kleine hat in den nächsten Tagen Geburtstag, und sie zählt begeistert auf, wen sie einladen möchte: alle ihre Freundinnen, natürlich, und dann noch Thomas, und Frank, und Micha...

Die Mutter freut sich offensichtlich wegen der Begeisterung der Tochter und macht amüsiert mit, hat zu jedem Namen eine kleine Bemerkung parat, beide sind voll bei der Sache, ihre Kommunikation ist blendend.

...und Mehmed! fällt dem Mädchen noch ein. Im gleichen Augenblick bricht die Mutter die Kommunikation ab, blickt nicht mehr die Tochter an, sondern zur Seite, schweigt eine Weile.

- Ach lass das jetzt! sagt sie schliesslich, nun ohne Lachen in der Stimme, ganz nüchtern: Jetzt musst du ohnehin zuerst essen, dann deine Hausaufgabe machen, und am Abend werden wir dann sehen, wen wir einladen.

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Und am Abend hätte es die Mutter klar sehen können, wie weit es ihre Tochter im Leben bringen wird. Falls diese nämlich auf Anhieb verstanden hätte, etwas falsches gesagt zu haben, als die Mutti das tolle Gespräch abbrach, so würde sie am Abend einen gewissen Mehmed nicht mehr erwähnen, und das würde bedeuten, dass sie das Leben enorm erfolgreich meistern wird.

 

 

Inflation in der Wirtschaft...

In `Pretty Woman` erzählt der Gere recht amerikanisch cool, die Firma, die er kaufen möchte, kostet eine Kleinigkeit von einer Milliarde Bucks, und die Roberts erstickt fast an ihrem Frühstück: es ist ja auch eine imposante Summe.

Das heisst, 1990, im Jahr als Film gedreht wurde, war das eine imposante Summe. Nur zehn Jahre später, können die Herrschaften von Vodafone, die für die Firma Mannesmann ganze zweihundertzweiunfvierzig Milliarden Mark bezahlten, über diese popelige Milliarde nur müde lächeln.

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- und Deflation im Hurengewerbe.
Übrigens verpasste die pretty Roberts wenig später einen erstklassigen Gag. Als der Gere sie für eine ganze Woche mieten möchte und nach dem Preis fragt, verlangt sie nach einigem fieberhaften Nachdenken, eindeutig bemüht, den guten Kunden nicht zu vergraulen, schäbige paar Tausend Dollars.

Offensichtlich hat die Amihure kein Format. Eine europäische Edelkurtisane und Hetäre, und bestimmt auch jede gebildete, geistvolle Geisha, hätte cool eine Milliarde verlangt.

 

 

Alles schon mal dagewesen

Die Mikrowelle ist keine Hightecherfindung, denn es gibt auch eine Steinzeitversion davon. Bereits die mongolischen Reiter benutzten die molekulare Bewegung um das Fleisch gar zu kriegen. Sie steckten ihre Schnitzel und Steaks unter den Sattel, ritten den ganzen Tag darauf, und durch die ständige Reibung hatten sie am Abend das Fleisch so lecker wie frisch aus der Mikrowelle.

 

 

Unumstösslicher Beweis der Unexustenz Gottes

(Eine Überlegung in Schopenhauers Manier)

Gott gibt es nicht!
Gäbe es ihn, so wäre ER zweifelsohne ein kluger Gott und ein solcher würde es gewiss so einrichten, dass es grundsätzlich nur nachts regnet, wenn (alle rechtschaffenen) Menschen schlafen, und tagsüber würde ER logischerweise nur lauter Sonnenschein zulassen.

 

 

Hang him higher!

Dem Problem des Autodiebstahls wäre leicht beizukommen, vorausgesetzt, man wendet die Wildwest-Methode der Verhütung des Pferdediebstahls an.

Wie bekannt spielte der Gaul im Wilden Westen so ziemlich genau die gleiche Rolle, die bei uns das Auto spielt - ohne Auto ist man heute genauso wenig überlebensfähig, wie man im Wilden Westen ohne Pferd war. (Dafür gibt es unumstössliche Beweise: bekanntlich war ein Cowboy, der seine Sporen verkaufen müsste, so ziemlich das Allerletzte was es geben kann - und ebenso ist bei uns der als allerletzter Mensch verachtet, der sein Führerschein verliert.) Kein Wunder, dass der Wildwestler auf den Diebstahl seines Pferdes, ja selbst wenn das ein asthmatischer, lahmer und blinder Gaul aus der dritten oder vierten Hand war, sehr empfindlich reagierte und den Missetäter ohne viel Umstände einfach aufknöpfte.

Würde man nun bei uns das Aufhängen von ertappten Autodieben als ein gutes Recht eines jeden Autobesitzers ansehen und als ein Kavaliersdelikt, so werden sich die Autoschiebermafiosi gut überlegen, ob sie tatsächlich ein Auto stehlen wollen.

 

 

Die Macht der Unwahrheit

Wie sehr die Unwahrheit zum Bestandteil unseres Lebens geworden ist, wie zwanghaft wir uns der Lüge unterwerfen, zeigen die Aufnahmen, die man für eine Fernsehsendung mit der versteckten Kamera gemacht hatte. Da wurden, unter dem Vorwand, Casting für Werbeaufnahmen zu machen, Passanten von der Strasse geholt, die für eine neue Eissorte werben sollten. Dieser Eis sollte besonders fruchtig schmecken. Der Gag dabei: man gab den Kandidaten ein fürchterlich sauer schmeckendes Eis zu schlecken, das so gut wie ungeniessbar war, was sich auch sehr deutlich auf den Gesichter jener Menschen zeigte. Und obwohl ihre Gesichter sie Lügen straften, so versuchten sie (fast) alle, sich `telegen` (= gesellschaftskonform/verlogen) zu geben, lächelten mit ihren säuerlichen Fratzen brav, tapfer und begeistert in die Kamera, um die Zuschauer zu überzeugen, das Eis schmeckt tatsächlich wunderbar und fabelhaft gut.

 

 

Tschaka Zulu

Irgendeine gewaltsame Demonstration. Die Front der Polizisten rückt auf die Randalierer zu; mit ihren Schlagstöcken schlagen sie rhythmisch auf Schutzschilder.

Das ist ein Atavismus aus der Steinzeit, wo man auf ähnliche Weise sich Mut machte und den Gegner zu erschrecken suchte. Kelten zogen mit slough armaK, mit solchen ohrenbetäubenden Lärm, in die Schlacht, und den Buren fror das Blut in den Adern, als sich die Front der Zulu-Krieger unter Kommando ihres Häuptlings Tschaka in Bewegung setzte und mit den Assagais einen tödlichen Rhythmus auf die Schilder trommelte.

 

 

Das Übriggebliebene Volk

Nach dem Talmud sind die Juden keinesfalls das Auserwählte Volk, sondern eindeutig das Übriggebliebene Volk. Wie `Siphre Deuteronium` (§ 343) erzählt, bot Jahre die Thora einer ganzen Reihe von Völkern an (unter anderen auch Römern, Ammoniten, Moabitern, Ismaeliten...). Erst als diese alle die Schrift abgelehnt hatten und mit Jahwe sozusagen nichts zu tun haben wollten, wandte sich Jahwe an die Juden.

 

 

Die Sendung mit der Mausi (oder der Gipfel der Emanzipation)

Das Mädchen lieb und treu:

wie das schnattert, wie das plappert!

(Flotow `Martha`)

Was die sogenannte Frauenemanzipation taugt, zeigen die Moderatorinnen von Primitiv-Magazinen in TV. Diese Dämchen, mit stromlinienförmigen Frisuren, hühnerhaften Geschwätzigkeit und einer abnormen Intelligenz ausgestattet, sind in unserer Gesellschaft ja Inbegriffe der emanzipierten Tussis.

 

 

Circulus vitiosus (oder Zirkus der Virtuosität)

Unwahrheiten haben keine allzulange Beine, darum ist der Lauf der Dinge stets der, dass jede Obrigkeit einmal mit ihrem Latein am Ende ist. Dann kommt eine neue Obrigkeit, die sich fürchterlich über die Unwahrheiten der alten Obrigkeit aufregt und dem Volke vollmundig Ehrlichkeit und Redlichkeit und Gerechtigkeit verspricht. Und das Volk glaubt diesen Versprechungen genauso unbedingt, wie es der alten Obrigkeit geglaubt hatte, und zwar so lange, bis auch diese neue Obrigkeit mit ihren Latein am Ende ist. Dann kommt eine neue Obrigkeit, die sich fürchterlich über die Unwahrheiten der alten Obrigkeit aufregt und dem Volke vollmündig Ehrlichkeit und Redlichkeit und Gerechtigkeit verspricht. Und das Volk glaubt diesen neuen Versprechungen genauso unbedingt, wie es der alten Obrigkeit geglaubt hatte, und zwar so lange, bis auch diese neue Obrigkeit mit ihren Latein am Ende ist. Dann kommt eine neue Obrigkeit...

... O Einfalt! O du selige!

 

 

Die klugen Wilden

Vor einigen Jahren wurde auf Neuguinea von einer Expedition ein Steinzeitstamm entdeckt - Tulambis, nennen sich jene Menschen -, der noch keinen Kontakt mit der Zivilisation hatte. Die Tulambis zeigten sich plötzlich im Dickicht des Dschungels am gegenüber liegenden Ufer des Flusses, kamen dann, nach einigen Zögern, über eine (bereits früher, wohl von ihnen selbst erbaute) Lianenbrücke zu den Expeditionären.

Auf dem ersten Blick sah man Tulambis an, dass sie keine Wilden im schlechten Sinn des Wortes sind, sondern sehr heitere und friedvolle Wesen. Das ist kein Wunder, denn, wie in der Expeditionsreportage zu sehen war, sind Tulambis begeisterte Cannabiskonsumenten.

Dass Cannabis klug macht, das ist bekannt. Das war auch aus dem Benehmen der Tulambis zu ersehen. Nachdem sie sich die zivilisierten Menschen, ihre ungewöhnliche Gerätschaften und ihre merkwürdige, äusserst bequeme, Art Feuer zu machen angeschaut hatten, gingen die Tulambis in ihren Dschungel zurück - und zerstörten hinter sich die Brücke, über die sie zu den Zivilisierten kamen.

 

 

Eine Kurzvita

Eine Frau, die neben einer grossen Kaserne in bosnischen Stadt Banja Luka geboren war und das ganze Leben dort verbrachte, wurde bereits als Kind von Soldaten beschlafen, das ganze Leben sowieso, und auch noch kurz vor ihrem Tod, als knapp 90-jährige Greisin, nahm sie immer noch Soldaten zu sich.

 

 

Schneller als die Feuerwehr

Feuersbrunst in Paris. Ein Bürohaus im Flammen. Verzweifelte Menschen hängen an den Fenstern und an der Fassade; fast genussvoll werden sie dabei von den Kameras beobachtet...

Es ist bezeichnend für die Zivilisation, für ihre Ethik, für ihre Moral, dass die Fernsehkameras schneller am Unglücksort sind als die Feuerwehr. Wären ihr die Menschenleben wichtig, wie sie das behauptet, würde sie sich so organisieren, dass zuerst die Hilfe kommt. Doch einzig wirklich Wichtige in dieser hysterisch gemachten Gesellschaft sind die Einschaltsquoten(und Geld)bringende Sensation, Befriedigung der Freude am (anderen) Unglück und Aufstacheln der Todessehnsucht durch eine brutal-hysterische Panikmache. Darum schaffen es die Kamerateams schneller als die Feuerwehr zu sein.

 

 

Kopf ab!

Wenn das keine stolze Leistung ist! Britische Forscher produzieren Frösche ohne Kopf, heisst es in den Nachrichten.

Recht so! Wozu brauchen die Frösche die Köpfe, wenn schon die Menschen nur noch als kopflose Hühner herumrennen?

 

 

Das Volk als Träger des Faschismus

Warum hatte sich niemand - na ja: fast niemand - gegen Hitlers Terror aufgeregt? Einfach, weil es nicht Hitler war, der damals Terror veranstaltete, sondern die Deutschen. Und man kann sich schlecht gegen sich selbst empören.

(Und mit gleichen Selbstverständlichkeit, mit der sie gestern gute und kritikunfähige Nationalsozialisten gewesen sind, so sind sie heute inbrünstige und überzeugte Demokraten - das sollte uns, bezüglich der wahren Qualität unserer Demokratie, vielleicht nachdenklich machen.)

 

 

Der Wert der schlechten Erinnerung

Böse Menschen, wirklich böse, böse im Sinn von zerstörerisch, dürfen keine Erinnerungen haben; böse Erinnerungen hindern an gesundem Schlaf. Und die Menschen, die ohne Erinnerung sind, müssen zwangsläufig nur im Jetzt, in der Gegenwart leben. Somit unterscheiden sie sich nicht viel von Tieren, die mangels mentalen Substanz keine Erinnerung besitzen.

Womit auch der Erfolg der `bösen` Menschen erklärt ist. Man handelt ja nur und ausschliesslich in der Gegenwart, so ist es nur vom Vorteil, wenn man darin lebt. Auch die Tiere haben keine Probleme mit dem Erfolg. Haben sie es nämlich, so sind sie augenblicklich verloren.

 

 

Räuber und Gendarmen

In einer Favela in Rio kommen auf etwa 2000 Einwohner ganze 750 Polizisten. Geht die Entwicklung in gleiche Richtung weiter, werden bald alle Menschen Polizisten. Eine Hälfte des Tages bin ich dann dein Polizist und passe auf dich auf, dann bist du dran, mein Polizist zu sein und hast auf mich aufzupassen...

 

 

Praktisch

Dass Amis keine Denkbestien sind, das geht klar aus dem ultrahohen Stand ihrer praktischen Kunst hervor, aus der Kunst des Designs. Besonders dort, wo Design absolut praktischen Zwecken dient, so dem Töten, ist diese Kunst auf die Spitze getrieben. B 52 ist etwa in seiner Einfachheit, Zweckmässigkeit und schlichten Schönheit eine der gelungensten Schöpfungen der Designgeschichte.

 

 

Nettoverdienst

Ein Mädchen aus Moskau erzählt mit andächtigen Gesicht und leuchtenden Augen darüber, dass es sich einmal, zweimal im Jahr einen Hamburger leisten darf. Das amerikanische Teil kostet bei den Russen nämlich umgerechnet etwa DM 3.60, was für Existenzen, die sich unter dem Minimum abspielen (bei McDonald in Moskau verdient zum Beispiel eine Arbeitskraft umgerechnet etwa DM 2.50 für einen 8-Stunden Arbeitstag) wirklich kein Pappenstiel ist.

 

 

Die Giro-Politik

Die Politik kümmert sich einen Dreck um unserer Zukunft. Der Politik geht es, wie immer, nur um Geld, also streiten die Politiker im Grunde immer nur darüber, wer unterm Strich ein paar Euro weniger aufm Konto haben wird, und wer ein paar Milliarden mehr...

 

 

Soziale Maulwürfe

Die systematische Beschäftigung mit der Natur lernte uns zu sehen und zu entdecken. Die ungeheure Erfolge der Wissenschaft basieren ausschliesslich auf geschärften Sinnen: schaut man gut hin, so entdeckt man, dass nichts unmöglich ist.

Nur im sozialen Sinn dürfen wir nichts sehen, müssen wir blind durch die unterirdischen Labyrinthe der Normen laufen, die man seit den Anfängen der organisierten Gesellschaft für uns angelegt hatte.

 

 

Zeitgeistiges Dialog

Fernsehfilm `Schlafende Tiger` (nach Rosamunde Pilcher). Ein Dialogausschnitt:

- Das ist nicht meine Tochter, das ist meine Cousine.

- Ob Tochter oder Cousine. So lange Sie nur glücklich sind.

 

 

Nur schön cool bleiben

Frau Erica Jong, Frau Erica `Spontanfick` Jong, wie sie sich selbst publicityträchtig nennt, hat nach ihrem Bestseller `Keine Angst vorm Fliegen` nun das Publikum mit neuen Werk beglückt: `Keine Angst vor 50`.

Da kann man sagen, keine Angst vor Frau Jong - auch sie ist nur ein fünfzigjähriger Papierflieger.

 

 

Panzer & Hirn

Es ist ein Irrtum anzunehmen, die Dinos sind ausgestorben, weil sie zu viel Panzer und zu wenig Hirn besaßen. Wie man es auch in der modernen Gesellschaft beobachten kann, sind diese beiden Tatsachen sogar die besten Garanten des Überlebens, denn eben die Menschen bringen es am weitesten, die über eine abnorm dicke Haut und über so gut wie überhaupt kein Hirn verfügen.

 

 

Die Logik des russischen Roulettes

Ein russisches Passagierflugzeug hat an den Rädern des Fahrwerks nicht die Spur von einem Profil, fährt genaugenommen auf der blanken Karkasse. Ja, was dann? fragt der Pilot den Fernsehreporter, der ihn auf die Tatsache aufmerksam macht: das ist eben ein Flugzeug und kein Auto.

 

 

Fit for funny

Warum gibt es unter der Sozialhilfeempfängern immer mehr Fälle von Tennisarm?

Weil sie ihren Tag vor der Glotze mit ständigen Zappen verbringen, so wird der Zapping-Arm schlimm übertrainiert.

 

 

Abhilfe

Wenn es dunkel wird, möchte ich leuchten! meinte Peter Lilienthal poetisch in einem Fernsehinterview.

Kungfutius meint, dem guten Menschen wäre leicht geholfen: er soll entweder in ein AKW arbeiten gehen, oder Phosphor fressen, oder wenigstens in seinem nächsten Leben als Leuchtwurm zur Welt kommen.

 

 

In einer Talk-Show:

Du hörst mir nie zu! wirft eine Tochter ihrer Mutter vor.

Das ist nicht wahr, Stephanie! unterbricht diese empört.

 

 

Typisch christlich

Besprechung des Films `Eine mörderische Liebe` in einer Fernsehzeitschrift:

”... Eine Scheidung kam für die Katholikin nicht in Frage. Da reifte in ihr der Gedanke an Mord.”

 

 

Verzogen

Der sagenhafte Engländer im Dschungel, der sich rasiert, duscht und umkleidet, bevor er mit Affen diniert, zeigt einen bedenklichen Mangel an Anpassung.

 

 

 

 

 

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