Kungfutius´ gute Ratschläge: Sei wie die Eieruhr: zähl die heissen Stunden nur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

man fragte kungfutius, was besser ist: sex oder schokolade?

- tja, überlegte dieser: bis zu einem gewissen zeitpunkt und nach einem gewissen zeitpunkt ist schokolade gewiss besser.

wer liebt, dem wachsen die flügel! – heisst es.

das meint ziemlich eindeutig, dass der, der fliegen kann, keine liebe braucht!

ein single ist wie ein einhandsegler: seine eine hand dient dem schiff (= dem leben), seine andere ihm selbst.

(für ganz einfältige ein Wink mit dem Zaunpfahl: das ist eine extra komplexe aussage.)

kungfutius´ gute ratschläge:

 wo man bummst, da lässt dich ruhig nieder - böse menschen haben keine glieder.

DER PORNOGRAPH

Woran denkt die Holde? Vielleicht an den langersehnten neuen Pelzmantel, den sie sich für den Liebeslohn endlich leisten kann? Wohl nicht, denn ihr Gesicht ist total uninteressiert, so als langweile sie sich wegen des lausigen Liebhabers und es kaum abwarten kann, dass er von ihr ablässt. Beim nächsten Mal (falls das ohnehin kein Onenightstand ist) wird sie garantiert Migräne haben.

EIN FOTO AUS DEM WEB

Was diese offenbar gutgelaunten Kamasutra-Bräute mit der kleinen Geste eigentlich präsentieren, ist das tiefste Grundgeheimnis der Natur: der Zeugungsakt – die Kunst, aus zwei drei zu machen, alles nach dem Grundpostulat und der Werdensformel der Schöpfung

1+1=3

Darum gieren wir alle, egal ob Kleinstkind oder Greis, nach der Liebe, vor allem – wie das eben im Internet so ultraklar sichbar ist – nach der physischen Liebe und freuen uns darauf.

Denn nur so ist der Auftrag zu erfüllen, den wir mit der Geburt bekommen: die Schöpfung vorwärts, weiter und höher zu bringen.

 

 

 

Die Sehnsucht nach der Liebe

Ein Strassenkinder-Theater aus Nairobi lehrt die Kinder ihre Rechte. Unter anderen heisst es da: Ich habe ein Recht auf Liebe!

Dieses angebliche Recht ist aber ein Irrtum - so gut gemeint der Postulat auch sein mag. Die Liebe ist schon so eine Sache, die mit keinem Recht keinen Menschen garantiert werden kann. Sie leitet sich aus der Fortpflanzung ab, hat somit weniger mit den zivilisatorischen Eigenschaften des Menschen etwas zu tun - wo sie durch ein Recht abgesichert werden könnte -, sondern mit rein tierischen Instinkten. Und diese befinden sich ausserhalb jeglichen Rechts.

So werden die kleinen Afrikaner, die an den obigen Postulat glauben, vermutlich brutal enttäuscht werden. Die Liebe ist kein Recht, sondern knallharte Pflicht. Und zwar entweder eine im rein ideellen, oder aber in einem materiellen Sinn, das heisst, entweder ist sie zu gewinnen, oder zu kaufen - eine Liebe auf Krankenschein (was eine gesetzlich garantierte Liebe wäre) gibt es leider nicht, und sie wird es auch nie geben, sosehr sich die Gesellschaft auch gesetzlich organisiert.

 

 

 

Unlogik der Liebe

Wenn es um die Liebe geht ist Logik nutzlos wie ein Sieb als Regenschirm. Liebe ist als eine der tiefsten Empfindungen wohl weniger eine Sache des Herzens als des Stammhirns (unsere Instinkte wählen strikt nach genetischen Vorgaben den idealen Partner) und höchst irrational, also auch nur mit einer persönlichen Ultraphysik begreifbar: ein Aussenstehender vermag im Allgemeinen nicht, die Gründe nachzuvollziehen, die diese oder jenen dazu bringen, sich ausgerechnet in jenen oder diese zu `verknallen`.

Die Ultraphysik aber, die wir ansonsten benutzen, um uns jenseits der Logik zu orientieren, hilf uns im Fall der Liebe herzlich wenig weiter. Wie gesagt vermag nur ein streng persönlicher Blickwinkel die Liebe zu `rationalisieren`. Dem Aussenstehenden fehlen zur Beurteilung der Situation die Erfahrungen, welche die Betreffenden, um die es hier geht - sowohl als Subjekt wie auch als Objekt - gemacht haben und die sie charakterlich ausmachen.

(Im Gegensatz dazu die Religion, die genauso wenig wie die Liebe mit einem Ratio erklärbar ist. Die Motive und Gründe der Gläubigen aber sind ultraphysisch auch in Fällen begreifbar, wo man mit den Betreffenden ansonsten nichts gemeinsam hat, weil die Religion so etwas wie das kollektive Verliebtsein in Gott bedeutet.)

 

 

 

Die Metamorphosen

Wie sich die Liebe durch die Jahrhunderte wandelte. Als sie `erfunden` wurde, damals, im Mittelalter, als der Mensch noch jung und ein bisschen töricht und gerade in der Pubertät war, war sie, just wie sie das auch heute noch für Teenager und alle junggebliebene Menschen ist: etwas reines, romantisches, süsses. Keine profane Berechnung lag ihr zugrunde und keine boshafte Taktik und fiese Strategie gab es, um mit der Minne umgehen zu können.

Je älter und reifer ein Mensch wird, um so beiläufiger und raffinierter lernt er mit der Liebe umzugehen. Man spielt geradezu mit ihr, nicht selten bedient man sich ihrer um sich und seine Ziele durchzusetzen. Das gleiche auch geschichtlich gesehen: bei Stendhal ist die Liebe beschrieben, wie sie nach Napoleon üblich war, Da gab es schon allerlei Kniffe und feste, schon geradezu starre Regeln, um die Liebe, die nunmehr seit einigen Jahrhunderten bekannt war, richtig zu handhaben.

Heute, wo die Menschheit bereits Greisenalter erreicht hatte, ist auch die Liebe nur eine Sache, die man mit kühlem Kopf und noch kühleren Herzen erledigt, sie sozusagen öffentlich als Geschäft ansieht oder aber als angenehmerer Zeitvertreib konsumiert/kauft - eben wie das unter Menschen, die bereits im Rentenalter sind, auch in einem individuellen Sinn üblich ist.

 

 

 

Christliche Urangst als Mutter der Heuchelei

Die allerschlimmste Angst ist die - typisch christliche Angst - nicht geliebt zu werden. Diese Angst macht den Menschen zum gemeinen Heuchler, denn vor allem um geliebt zu werden heuchelt man das Gutsein.

 

 

 

Die Liebe tiefenpsychologisch

Ich mag, dass du mich magst, und du magst, dass ich dich mag - also lieben wir uns sozusagen.

 

 

 

Erotikloses Tier

Wie Heumar von Dithfurt es meinte, leben wir gewissermassen damit die Zukunft stattfinden kann. Das heisst, wir leben, um Kinder in die Welt zu setzen. Das bedeutet wiederum, dass es im Leben - so oder so gesehen - immer nur um Fortpflanzung geht: ausschliesslich um Sex.

Da hatte der Mensch eine neue Dimension erschlossen, die andere Tiere nicht kennen: Dimension des bewussten Sexus – die Erotik, die Wiege der Phantasie (es ist kein Zufall, dass Sheherezade ihre Märchen nachts und im Bett erzählte!), als die eigentliche Dimension des Geistes.

Auf jedem Fall darf man annehmen, erst diese bewusste Wahrnehmung der Sexualität hatte den Menschen zu dem gemacht, was er ist. Das meint aber auch: ohne dieser tieferen, dieser Lustdimension der Fortpflanzung, verwandelt sich der Mensch wieder in ahnungsloses, dummes Tier zurück.

Die Verrohung und Verwilderung der modernen Sozietät, die zunehmende und immer brutalere Ausbrüche der tierischen Hysterie und ähnliche Unmenschlichkeiten, könnten sehr wohl ihre Ursache in unerbittlichen und grausamen Verfolgung der Erotik haben, welche die heutige pornographisierte Gesellschaft ausübt.

 

 

 

Die Unlust der Diktatur

Die geschlechtliche Identität wird von den Kindern, die in rumänischen Heimen fast ohne jegliche Fürsorge aufwachsen, nicht erreicht. Wegen Fehlens des kulturellen Verankerung, meint ein Wissenschaftler. Dieser traurige Zustand könnte aber auch andere Ursachen haben. Wie bekannt, war die kommunistische Diktatur in Rumänien eine waschechte Big Brother-Herrschaft von einer besonders rohen Primitivität. Das bedeutete, dass die Sexualität zwar als notwendiges (Vermehrungs)Übel angesehen, in ihrer Lustform aber auch extrem unterdrückt wurde - drastische Verfolgung der Abtreibung, Bestrafung der Minderheitensexualität und der Prostitution, und ähnliches. In Ceauseskus Staat verloren die Menschen die Lust am Leben, vor allem die Lust an der Lust und die Triebe entwickeln sich bereits zurück, was besonders an diesen verwaisten und nie geliebten Kindern zu beobachten ist.

 

 

 

Silicon-(Valey)-Babes und ihre Kreditkarten

Die Gesellschaften darf man als ohne eine ausgereifte Kultur ansehen, wo die Partnerwahl in Ermangelung von höheren Werten einzig aufgrund der Geschlechtsmerkmale erfolgt. In diesen Gesellschaften werden die Geschlechtsmerkmale zu wahren Monstrosität herangezüchtet und es kommt zu richtigen `Missbildungen` der Brüste, des Gesäss, der Klitoris und des Penis - Airbag-Titten, Massai-Steiss, Hottentotten-Schürze, Priapus-Glied usw.

© Unbekannt

 

Was nun zur Zeit in den USA auffällt, ist der wachsende Brustumfang der Damen. Das Fetisch ist so mächtig, dass man sich als Frau sogar Silikon zumutet, um dem `Schönheitsideal` zu entsprechen - die Supervixens haben selbstverständlich höheren Marktwert: der Busen der Amerikanerin ist ein Machtinstrument, mutiert darum zum monströsen Selbstzweck.

Der Penis des Amerikaners aber wird eher im Schrumpfen begriffen sein - und zwar nicht nur wegen der zunehmenden künstlichen Befruchtung. Der Marktwert des Mannes ist heute nicht, wie in Primitivgesellschaften, von der Grösse seines Penis oder wohlgeformter Wölbung seines Hinterns abhängig, sondern von nicht minder niedrigen Werten als es die Geschlechtsmerkmale sind - von der Dicke seiner Brieftasche, Höhe seines Kontos, Anzahl seiner Kreditkarten..

 

 

 

Verbreitung der Vorurteile

Irgend so eine ahnungslose Frau behauptet im Fernsehen, das famose `erste Mal` wäre für jede Frau schrecklich und schmerzhaft. Solches Gerede ist ziemliches Simplifizieren, das die Frau als weniger denkfähig entlarvt - sie bezieht sich da offensichtlich auf die eigene Erfahrung; wohl hatte sie solche panische Angst davor, dass sie angespannt wurde und es ihr darum tatsächlich enorm weh tat. Noch mehr ist das ausgesprochen gemein gegen junge Mädchen, welche diese erste Erfahrung noch nicht gemacht haben. Sie hören solcher rein Privatmeinung zu, und gehen mit einem dummen Vorurteil ausgestattet in ein angstvolles Abenteuer. Man darf sicher sein: nicht wenige der Mädchen, das sich diese Seichtheit angehört hatten, müssen nunmehr das erste Mal als schrecklich empfinden.

 

 

 

Eine Bild-Schlagzeile: Ist Sex nicht mehr wichtig?

Die Frage ist glatt zu verneinen. Wichtig ist Sex als erotisches (= ekstatisches) Erlebnis immer noch, und wird es so lange bleiben, bis es den Menschen gibt. Leider ist Sex immer schwerer pornographisiert (= kommerzialisiert), so dass Sex sich zum Selbstzweck und Potenzshow gemausert hatte, zu einer Leistungsdisziplin und einem Erfolgsmuss. Sex ist dadurch zu dem geworden, was man mit `jemanden erobern` meint – Krieg, wobei Männer in der Regel diesen Krieg mehr aggressiv und Weibsen mit Vorliebe hintervotzig führen. Folge ist, dass man zunehmend Angst vor Sexus hat: als Mann zu versagen, als Frau als Objekt missbraucht zu werden.

 

 

 

Sexualität auf Scheidewegen

Ich will ficken!- und zwar nicht nur mit einem Mann!

(Sibel K. in `Gegen die Wand`)

Nachmittags-Talkshow über das Thema `Wer ist der Vater?` - immer öfters kommt es zur (früher absolut unvorstellbaren) Konstellation: eine Mutter und zwei (drei, vier usw.) mögliche Väter. Das `Problem` scheint sehr akut, da sich die Talkshows am Nachmittag sehr oft diesem Thema widmen.

Schon diese eine neue Dimension der Sexualität, die zunächst als die Liederlichkeit und Unmoral anmutet, bezeugt den grandiosen Umschlag der sexuellen Moral, und die Tendenz der Befreiung von all den stupiden, überkommenen Klischees.

Die sexuelle Moral hatte sicher einmal ihren Sinn. So in der Antike, als es galt, die rohe Sexualität des Tieres zu verfeinern und sie in Erotik und Kunst und Zauber zu verwandeln. (Griechischer Historiker Herodot erwähnt Völker, welche sich `... wie Tiere öffentlich paaren...`, die Griechen hatten da aus dem tierischen Paaren bereits Erotik gemacht.)

© Unbekannt

 

Heute aber, wo sich der klassische Mensch am Ende seines Weges befindet und wir angehalten sind, uns mit Vorbedacht in neue Wesen zu verwandeln, müssen wir nach neuen Möglichkeiten suchen, und die sind nunmal nur durch Experimentieren zu finden. Auch in der Sexualität. Wir befinden uns an der Schwelle der Zeit, wo auch die Frau ihre klassische Rolle als Gebärmaschine und Mutter verliert; bald werden die Geningenieure nach der Vorstellungen der `Eltern` den Nachwuchs künstlich herstellen. Und das bedeutet, auch die Sexualität verliert ihre klassische Rolle, wird sinnlos.

Und das wäre zu schade, den der sexuelle Trieb ist wohl der beste Motor des Gefühls, des Denkens, der Phantasie... Um ihn zu retten werden wir neue Formen der Erotik kreieren müssen. Natürlich ist das den wenigsten von uns bewusst, doch die Mutter Natur, die immer noch ihre schützende Hand über uns hält, sorgt schon darum, dass unsere Sexualität immer raffinierter, wagemutiger, freier wird. Dabei wird sie sogar mittels Internets wieder öffentlich und zunehmend als gesellschaftliches Spiel angesehen; wielleicht ist das schon eine Ahnung von einer höheren Erotik der Zukunft, die sich nicht mehr aufs blosses `Ficken` beschränken wird, sondern als so eine Art von sozialem Ritus des Höheren Menschen, in etwa den geistigen Riten der Antike vergleichbar.

Darum eben dieses wilde Wuchern der Erotik, Pornographie, Sünde. Darum die ausufernde Promiskuität, der selbst Schulkinder, Kindivolk ja Säuglinge als Opfer (`Opfer`?) fallen. Da ist die Suche nach einer neuen Erotik im Gang, und die ist so evident, dass nur der gute Mensch im Vatikan und andere professionell Blinden es nicht einsehen können. Und die blinden Massen auch, die sich heimlich an Kinderpornos laben und in der Öffentlichkeit bereit sind, jeden Kinderschänder zu entmannen

 

 

 

Hinter der Zeit

Eine Frau meint, wenigstens sind wir jetzt so weit, dass man als Mann die Weibsen nicht mehr ungestraft am Popo tätscheln darf. Die Dame ist nicht so ganz auf dem aktuellen Stand der Dinge. Wir sind schon längst so weit. Bereits Heine hatte in seiner unvergesslichen `Zitronia` das schöne Vers gedichtet:

        Es heiligt jetzt der Sitte Codex

        Die Unantastbarkeit des Podex...

 

 

 

Von den Hurengesetzen

Man behauptet, heute ist der Mensch freier als je in seiner Geschichte.

Ist das aber tatsächlich so? Büssen wir nicht nacheinander all die Freiheiten, die wir durch die Geschichte als unser gutes Recht betrachtet haben, ja sogar jene, die uns durch uralte, sakrosankte Bräuche gegeben sind, beziehungsweise gewesen sind – heute nimmt man uns diese Freiheiten in Namen einer obskuren Humanität weg.

Obskuren Humanität, denn die Motiven aus welchen man uns immer weiter, immer empfindlicher, immer nachhaltiger und brutaler in unerbittlich-eiserne Korsetts des Gesetzwahns zwingt, sind alles andere als menschlich, man kann sie sogar leicht als Unmenschlichkeit an sich entlarven.

Viele dieser Unmenschlichkeiten betreffen nämlich unsere Sexualität, und die ist bekanntlich eine absolute conditio humana, die Grundvoraussetzung dafür, dass es uns eigentlich gibt und der beste Mittel der hormonellen Selbstregulierung des Körpers. Meint, eine gesunde Sexualität macht den Menschen gesund, eine kaputte macht den Menschen kaputt, wobei gesund als natürlich (= spontan) und krank als künstlich (= gesetzlich) anzusehen ist. Eine conditio humana nämlich lasse sich keinesfalls gesetzlich regeln: wer das tut, bezeugt damit seine Unkenntnisse bezüglich des Menschen im Speziellen und des Lebens im Allgemneinen, dazu noch seine Herrschsucht – weil der am besten über die Menschen herrscht, der sie an die Genitalien packt! -, zudem seine Bequemlichkeit, das heisst Faulheit und Dummheit - da er nur den Weg des kleinsten Widerstandes geht und auch dort Gewalt anwendet, wo dazu überhaupt kein Grund ist (wie eben bei der Sexualität und Drogen) -, und behindert schliesslich die Gesellschaft an Weiterentwicklung - da diese sich am besten rein spontan entwickelt.

Da haben wir etwa die Sache mit der Prostitution. Ein von der ältesten Berufen der Welt wurde bekanntlich als ein Sanator der Gesellschaft kreiert; wohl begriffen die klugen Urzeitfrauen wie gefährlich die unbefriedigte Sexualität ist, besonders die des Mannes, die sich stets in Aggression, Gewalt und Amok entlädt. So kam es zur Prostitution, die jedoch keinesfalls eine profane Angelegenheit war, sondern eine sakrale Sache und eine Ehre für die Frauen, die sie verrichteten. Womit es auch zu erklären ist, dass in der frühesten Geschichte alle junge Mädchen sich mit der Tempelprostitution beschäftigen; in manchen Gegenden, in den hellenischen Staaten in Kleinasien speziell, sind es sogar bereits Kinder gewesen, die im Dienst der Götter und Erotik standen. Wobei es noch anzumerken ist, dass solche Beschäftigungen eine quasi ideale Schule der Sexualität gewesen sind: hier lernte die Jugend mit dem eigenen Körper umzugehen, sammelte zugleich die Erfahrungen und befriedigte die Neugier, womit auch die ehelichen Gemeinschaften besser funktionierten, da man sie nicht aus rein sexuellen Absichten einging, wie das heute bei meiesten jungen Menschen geschieht.

So ist die grosse Ehrfurcht zu erklären, die man der berühmten Prostituierten gegenüber zeigte. Besonders in den Zeiten der grossen Freiheit erfreuten sich die Prostituierten grossen Ruhms; die hellenischen Hetären, die Kurtisanen der Renaissance oder die Mätressen dem Absolutismus sind hier bekannt. Dem entgegen verliert die Prostitution jedesmal am Format, wo auch die Gesellschaft selbst am Format verliert, besonders da wo die Gosse herrscht. Da exemplarisch der schlechte Ruf der Prostitution im Rom (lupa, nannte Lateiner die Hure: die Wölfin) oder in der heutigen Demokratie.

 

Auf jedem Fall war die Prostitution durch die Geschichte als das behandelt, was sie an sich ist: als ein grossartiger Dienst an der Gesellschaft, als etwas, ohne was die Gesellschaft überhaupt nicht existieren kann.

Heute aber, heute ist die Prostitution nichts heiliges mehr. Sie ist plötzlich verwerflich, chauvinistisch, sexistisch und frauenfeindlich. Sagt man. Aber das ist eine paradoxe Ansicht, also hat sie paradoxe Resultaten zur Folge. In den USA, wo erwischte Freier etwa buchstäblich vor dem Publikum die Hose `runter zu lassen haben – besonders, wenn sie prominent sind. Oder in Thailand, wo Prostitution zwar verboten ist, jedoch mehr als zugelassen, sondern geradezu gefordert wird (Thailand wirbt sogar ungeniert mit der Kinderprostitution: Come to Thailand!... locken die Fernsehspots). Die Diskrepanz ist aber nicht absurd, sondern nur ein Instrument der Thai-Obrigkeit, um die Armeen von Prostituierten für sich schuften zu lassen (Angeblich wird bis zur Hälfte der mit Prostitution erwirtschafteten Geldern in die Korruption der Obrigkeit gesteckt. Einzelne Huren, welche ihren Verdienst nicht mit dem Polizist an der Ecke teilen wollen, gehen auf 2 Jahre in den Knast.)

Am absurdesten aber macht man es in Schweden, wo Prostitution total verboten ist. Die Huren werden zwar nicht belangt, doch ihre Freier um so brutaler. Man fragt sich beinahe entsetzt, ob die schwedischen Emas (sie stehen hinter diesem schwachsinnigen, menschenverachtenden Horror-Gesetz) auch einen blassen Schimmer von Sexualität haben, ihrer Rolle im Werden des Menschen und ihrer exorbitanten Wichtigkeit in der Suche nach Morgen.

Man bedenke bloss: heute, wo die Liebe der Frau im Zug der Vergöttlichung des Kapitals zunehmend zu Ware wird, können sich (neben den reichen) nur die fitesten Männchen ausgiebig paaren; als weniger geratene Exemplar kommt man kaum noch dran. Und was sollen diese Massen von Männern nun tun, die keine Frau abbekommen und darum wenigstens bei Huren Dampf ablassen dürften?

Zumal es auch unter Frauen nicht gerade wenige gibt, die Hure aus Überzeugung sind, und ihrer Berufung mit Begeisterung nachgehen. Von solcher schwachsinnigen Gesetzgebung sind sie nicht weniger betroffen, als ihre Kunden.

 

 

 

 

 

Heiliger Beruf

Man streitet sich wieder einmal, ob man die Prostitution als Beruf anerkennen sollte; die ganze Unverschämtheit der verheuchelten Gesellschaft kommt hier zum Vorschein. Der Beruf Hure sollte sogar einen besonderen Schutz durch die Gesellschaft geniessen: diese Frauen sind bessere Sanitäter der gesellschaftlichen Moral als es die Richter sind.

hHHeldin der Liebe staatliche Prostituierte in ehemaligen kommunistischen Ländern.

Am Anfang der Zeit, als mit dem Ende des Matriarchats auch das Aus für den sexuellen Kommunismus kam, begriff man die Notwendigkeit der sogenannten Prostitution, darum arbeiteten die ersten Prostituierten in den Tempeln und ihre Arbeit war als eine sakrale Angelegenheit betrachtet. Das war am Anfang einer Neuen Zeit, und man suchte, die rohe Sexualität des bisherigen Tier-Menschen dem neuen anzupassen.

Heute steht die Gesellschaft wieder am Anfang einer neuen Zeit. Das meint, heute sollten die Huren wieder heilig werden. Auf, dass wir eine neue Form der Erotik erfinden.

 

 

 

Missbrauch an Huren

Viele Prostituierten mögen ihr Job nicht, weil meiste Männer in der Tat zu ihnen kommen, nicht um Genuss (= Lust) zu suchen, sondern um ihren Frust (= Perversionen) auszuleben.

 

 

 

Unverständlich

Wieder ein Frauenhändler-Ring aufgeflogen. Die aufgegriffenen Frauen aus Osteuropa behaupten, von zu Hause nach Deutschland verschleppt worden zu sein und hier zur Prostitution gezwungen.

Also, diese elenden Frauenhändler sind echt nicht zu verstehen. Warum zwingen sie die armen Frauen, die sich nicht prostituieren wollen, zur Prostitution, wenn sie in der unterentwickelten Europa, vom Balkan bis nach Russland, Armeen von jungen Frauen finden können, die alles dafür geben würden, nach Deutschland/Westen kommen zu dürfen, um sich hier zu prostituieren?

 

 

 

Begriffslehre

Eine Prostituierte behauptete, der Ausdruck `Hure` wäre eine ehrliche Berufsbezeichnung und `Nutte` eine Beleidigung. Das ist wirklich seltsam, denn schon von der Bedeutung her ist `Hure` abwertender, da es eine Ehebrecherin bezeichnet, während `Nutte` nur eine Nut, einen - weiblichen - Spalt bedeutete. Fast eine Verniedlichung also.

 

 

 

Eine emanzipierte Frau

Für Sibel K.

Claudia, eine Porno-Darstellerin aus Hamburg, wünscht sich ein Kind, eine Tochter. Warum Tochter? fragt ihr Interviewpartner. Weil sie dann meine Arbeit fortsetzen kann, meint Claudia unbekümmert, heiter und stolz.

Ecce femina! So lobe ich mir eine emanzipierte, befreite Frau. Sie hat begriffen, wie man sie unterdrückt hatte. Und sie wartete nicht, dass man sie befreit - sie befreite sich selbst. Wetten, dass ihre Tochter eine sehr gelungene Frau werden wird!

 

 

EIN (SCH)LIM(M)ERICK

Einsam sass Napoleon auf Elba
Und befriedigte sicht tagtäglich selba.
Ach, Joséphine!
Stöhnte er dann mit entrückter Miene:
Einmal noch möchte ich unter deinen Röcken schwelga!

 

 

 

 

 

 

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