mit der kopf durch die wand gehen: die schallmauer zum übermenschen durchbrechen.

SUPERIORE ÜBERLEGUNGEN

Und Zarathustra sprach also zum Volke:

Ich lehre euch den Übermenschen.

Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr gethan, ihn zu überwinden?

Was ist der Affe für den Menschen? Ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham. Und ebendas soll der Mensch für den Übermenschen sein: ein Gelächter oder eine schmerzliche Scham.

Nietzsche

`Also sprach Zarathustra`/Vorrede 3

 

 

An Nietzsche kommt keiner vorbei. Alle Denker, alle Religionsstifter und alle Ideologen bisher stellten feste Regeln fürs Leben auf. Diese waren natürlich nach den Notwendigkeiten, Erfahrungen und Vorstellungen des Autors geraten, darum von den anderen mehr oder weniger schwer zu befolgen. Jeder von uns hat eigene Vorstellungen von der Existenz, und je mehr sich diese Vorstellungen von jenen Vorgaben unterscheiden, um so mühsamer ist es, ihr zu folgen; dachte man gerade das Gegenteil, so hatte man eben Pech gehabt, würde als verabscheuungswürdig, dumm ja kriminell erachtet, und landete im Irrenhaus, Knast, nicht selten auf dem Scheiterhaufen.

Nietzsche war nun der erste Denker, der solche feste Regeln verwarf und die persönliche, individuelle Ethik vorschlug, als Basis einer funktionelleren Verständigung und eines besseren Zusammenlebens.

Und das war ein äusserst schlauer Zug von Nietzsche, denn nun muss jeder, der sinnvoll (also nach sich selbst) leben will, eben nach Nietzsche leben.)

 

 

An Nietzsche führt wahrhaft kein Weg vorbei!

Das Chaos der Gesellschaft, der Zer- und Verfall der rein geistigen, ethischen Werte ist klar von der Philosophie herbeigeführt. Wobei man betonen muss, dass das Chaos nicht vorgesehen war und einzig als eine Folge der Politik auftrat, die nicht bereit war/ist, die Bewegung der Aufklärung zu folgen. Hätte man nämlich nicht gegen den Strom der Zeit gesteuert, sondern alles draufgesetzt, aufklärerische Idee nicht nur in jedem Palast, sondern auch in jede Hütte zu bringen, hätten wir diesen Chaos nicht. In dem Fall nämlich wäre es allen klar, wohin wir gehen/steuern müssen

 Die Richtung ist im aufklärerischen Ader der Philosophie so deutlich gegeben, dass nur die professionellen Blinden und sonstigen Ignoranten es par tout nicht einsehen wollen, dass in diese Richtung die Zukunft der Welt liegt. Der Weg ist so klar wie eine BAB: von Voltaire und Illegalität aller Vorgaben, über Schopenhauer und Unverbindlichkeit der Welt zu Nietzsche und seine Prophetie des Übermenschlichen (= Göttlichen; über den Menschen gibt es nur Gott!)...

Anders wird es nicht gehen!

Nietzsche lesen! Denken lernen!

Ein Tip an alle, die ihn verdienen!

Nietzsche liest man grundsätzlich bekifft! Für das nüchterne Gehirn ist seine Komplexität ziemlich unzugänglich. Verstärkt man aber die Gehirnströme mittels guten Dopes, so geht die berühmte Tür auf. Als Anfänger bemerkt man zunächst, die hohe Qualität der Witze Nietzsches, mit der Zeit dann, wird man beinahe unmerklich in die tiefe seiner Phantasie `gezogen`. Ab dem Augenblick beginnt man zu begreifen.

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Das beste an Nietzsche ist, dass man kein seiner Bücher durchgehend lesen muss. Die Strukturen seiner Gedankengerüste sind dermassen chaotisch, dass man besser damit bedient ist, das Buch willkürlich aufzumachen und einfach loszulesen. Das mit dem Chaos übrigens ist vollkommen in Ordnung, Nietzsche war die Initialzündung einer neuen, einer höheren, kosmischen Ordnung. Und jeder Anfang ist bekanntlich nicht nur schwer, sondern auch chaotisch, man geht ja noch nie gegangene Wege, kein Wunder, dass man so manchen Irrweg einschlagt, im Kreis läuft und wundersamsten Denkpirueten ausführt. Chaos ist die absolute Vorbedingung einer höheren Ordnung; auch der Anfang des bisherigen Universums war nur ein Chaos der herumschwirrenden Materieteilchen. Also schwirren auch Nietzsches Gedanken herum. Aber sie schwirren wesentlich planvoller, da unter einer Kontrolle des Willens, der sich inzwischen herausgebildet hatte.

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Ein Tip an die Erstleser: die vorrede von `Also sprach Zarathustra` ist als Einstieg goldrichtig, besonders abschnitte 3 & 4. Danach kann man sich schon an den 1. Teil machen.

Für Fortgeschrittenere ist `Menschliches, Allzumenschliches` empfehlenswert, weil das Werk in der Tat die `Akklimatisierung` an höhere Verhältnisse erleichtert. (So, indem man zu erkennen beginnt, dass die eigenen Schwächen ebenso gut eigene Stärken sein können.) Und für Kenner schliesslich, für den Leser, der mit Nietzsche schon auf du und du ist, verbleibe dann `Ecce Homo`, als Nachtisch des Oeuvres Nietzsches und ein absolutes Leckerbissen, ein von den ergötzlichsten Werken der Weltliteratur überhaupt.

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