Unsere Zeit ist eine der rasanten Tempi, unsere Geschwindigkeit beachtlich; was Wunder, daß man sich bereits überlegt, wie man Einsteins Postulat von der absoluten Geschwindigkeit wieder abschaffen könnte: wir sind durch diese Grenze bedingt einfach zu langsam geworden!

Die Rasanz gilt jedoch nicht nur im materiellen Sinn; auch der Geist ist davon betroffen. Der Austausch von Informationen, zum Beispiel. Die Medien geben uns ihre news in Form von mundgerechten, schnell zu schluckenden Häppchen, und das muß so sein, denn bei den Unmengen an Wissen, das wir produzieren, und das wir verarbeiten müssen, geht es nicht anders: es muß schnell und handlich und leicht zu schlucken sein - es muß gut rutschen.

Darum haben wir übrigens auch die Fernbedienung erfunden: es wäre nur zu lästig, jedesmal aufzuspringen, zum Fernseher zu laufen und umzuschalten, sobald wir feststellen, daß uns der Gehalt der Sendung, die wir gerade anschauen, nicht anspricht. Man sucht sich im gigantischen Angebot das aus, was einem am meisten zusagt, wobei es wichtig ist, daß die Information kurzstmöglich gehalten wird, denn bei der Auswahl, wird es uns leicht langweilig, uns für längere Zeit auf ein Einzelding zu konzentrieren.

Darum sind Sentenz, Aphorismus und Kurzessay die Literaturformen, die, zeitgeistig ausgedrückt, mit dem Zeitgeist absolut kompatibel sind: das sind Texte, durch die man sich genauso mühelos und genüßlich `durchzappen` kann, wie durch Tausende von chanels.

 

 

 

 

 

 

Sentenzen - Aphorismen - Kurzessays

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