was demnächst als aufgabe für den kommenden menschen ansteht:

aufbrechen der verkrusteten strukturen.

trockenlegung der eiternden wunden.

sodann entwicklung eines neuen lebenswillens.

 

VON DER UNTEILBAREN DUALITÄT

oder

Grundlagen der Individualisation

 

 

 

 

 

1

Aus der namenlosen Masse der Teilchen, aus dem Urnebel eines jeden (Ur)Anfangs bilden sich durch die Wirkung der beiden Urkräfte (Bewegung und Ruhe / Aktivität und Passivität) erste Konturen, die stetig komplexer (= deutlicher) werden und schliesslich eine derartige Individualität erringen, dass sie klar benannt werden können: als Atom und Stern, als Molekül und Galaxis, als Zelle und Cluster.

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Die Tendenz der Individualisierung ist klar erkennbarer Trend der Schöpfung. Ein Beispiel aus dem menschlichen Belange:

Polytheismus kannte viele Götter, und diese Lebten, ebenos wie Menschen, in einem klar definierten Sozialgefüge. Dadurch sind aber auch ihrem Wirken Grenzen gesetzt, denn ein Sozialgefüge funktioniert nur anhand der gegenseitigen Einverständnis. Auf diese Weise war also keine Allmacht zu erlangen, jener Wille, der so stark ist, dass er sich über die Schöpfung erheben vermag.

Da aber der Mensch in seinen Genen den klaren Auftrag hat, sich die Schöpfung untertänig zu machen, brauchte er bessere Vorbilder. So wandelte sich die religiöse Idee. Aus der Masse der gleichberechtigten Götter kristalisierten sich zuerst die Gestalten der Hauptgötter, väterliche Gestallten, den anderen Göttern zwar vorgestellt, jedoch auf ihre Mitarbeit angewiesen, im Sinn einer Allmacht also immer noch nicht emanzipiert genug. Schliesslich kreierten Echnaton, Zarthustra und Moses den monotheistischen Gott, das Wesen, das in seinem Wirken keinerlei Beschränkungen kennt, weil tatsächlich allmächtig.

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Und ebenso, wie sich der Gott aus der Masse der Götter zu einem absoluten Faktor emanzipierte, wird auch der Mensch diesem Beispiel folgen. Die Gesellschaft befindet sich bereits seit der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts im Anfangsstadium dieser Phase.

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Man beklagt den unbotmässigen Egoismus von heute und macht eine `Generation Ich` aus. So beklagenswert das aus einer rein sozialen Sicht auch sein mag, im Sinn der Idee Gott ist der Trend absolut notwendig, also auch goldrichtig: nur eine totale Individualisation der Gesellschaft/der Welt, ermöglicht ein Wuchern der Kybernetik zu einer Neuen Schöpfung.

Das geht so, dass der Mensch, nun von profanen (= unkreativen) Arbeit befreit, geradezu dazu gezwungen ist, eine eigene Welt zu erschaffen. Diese Welt ist künstlich, also nur von einem Künstler zu erschaffen und da ein Künstler vor allem ein Individualist sein muss, so ist die Entfermdung von der Soziäetät nur ein notwendiger Schritt in die Zukunft.

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Die von Richard Sennett kritisierte Entfremdung von Arbeit ist somit pure Notwendigkeit für eine Gesellschaft, die gerade im Begriff ist, sich von der Arbeit zu trennen.

Ebenso ist die Entfremdung der Menschen voneinander eine Notwendigkeit der Individualisation.

Diese beide Phänomene entstehen als Diktat der Natur und sollen dazu führen, dass das Diktat der Natur eines Tages nicht mehr gegeben sein wird.

 

 

2

Bekäme die Menschheit auch alle physische Probleme in den Griff, die Probleme der Seele sind auf der Basis der gegenseitigen Abhängigkeit, die diese Gesellschaft bedingt, mit absoluter Sicherheit nicht zu lösen. Besonders ein Problem wird immer brennender und akuter: die Sinnlosigkeit einer postmodernen Gesellschaft, in der man alle seine traditionellen Rollen nacheinander verliert, ohne die Freiheit zu haben, neue Äusserungen seines Selbst zu entwickeln. Freiheit im besten Sinn des Wortes, denn dieses Problem kann nur auf einer Basis der freien Entscheidung gelöst werden...

Man darf vermuten: um diese Freiheit durchsetzen zu können, werden wir zunächst die Gleichheit und Brüderlichkeit aufgeben müssen. Die Gleichen sind nämlich genauso wenig frei, wie die Brüder. Diese müssen füreinander stehen, jenen dürfen sich um nichts in der Welt voneinander unterscheiden.

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Die seltsamste, zugleich aber auch die furchtbarste, Art von Neid, ist der Neid auf die Freiheit des anderen. Mobbing ist, zum Beispiel, neiderfülter Hass auf den Menschen, der sich die Freiheit herausnimmt, sich von den anderen zu unterscheiden, kein Sklave der Gleichheit zu sein. Und das ist seltsam: es steht ja jedem sozusagen frei, tatsächlich frei zu sein. Doch hat man Angst von der Meinung der anderer, darum bekämpft man verbissen diejenige, die sich trauen (= die gezwungen sind) ihre Individualität auszuleben.

Wobei die Individualität heute nicht mehr wie früher in persönlichem Outfit besteht (heute ist selbst das Nacktsein in der Öffentlichkeit nicht mehr halb so shocking wie vor noch fünfzig, oder sogar vor nur dreissig Jahren), wo man sowohl den Rang wie die Bildung wie alles sonstige an den Kleidern zu erkennen vermochte.

Einen Individualisten erkennt man heute daran, dass er sich traut, gegen die Mehrheit zu denken.

Wenn es sein muss, dann auch an allen Heiligen Wahrheiten und Geboten vorbei.

 

 

3

Burckhardt entdeckt die wahre Ursache jenes gewaltigen Fortschrittes der Idee Mensch, die sich in der Renaissance ergab: es gab wenig falscher Bescheidenheit und Heuchelei überhaupt: “... kein Mensch scheute sich davor, aufzufallen, anders zu sein und zu scheinen als die anderen.”

Und eben im Gegenteil, das heisst in der politisch erzwungenen, auf der verheuchelten Bigotterie basierenden, Gleichheit der Allen, ist der heutige desolate Zustand der gleichen Idee zu suchen: man traut sich nicht anders zu sein, also tut man auch alles, was die anderen tun, man benimmt sich, redet und denkt wie alle anderen. Da ist kein Fortschritt möglich – alles muss gleich bleiben.

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Mit seiner `Geschichte Frankreichs` hatte Taine nur ein Bestreben: einen Nachweis für den Schaden zu erbringen, den die Zentralisierung Frankreichs auf die individuelle Initiative, somit auf Fortschritt an sich, bewirkte, wobei mit dem Fortschritt an sich der Fortschritt der Idee Mensch gemeint ist. Meint: je stärker die Politik, um so gehemmter der Fortschritt, da die Politik wegen des Absicherns der eigenen Stärke alles auf die merkantile Karte setzen muss: Profit und Gewinn sind die besten Absicherungen der Macht und zugleich das Gift des Individuums.

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Der höhere Level ist somit – halten wir es hier fest - nie in einer kollektiven Anstrengung zu erreichen. Kollektiv ist immer eine Angelegenheit der Masse, wobei diese stets nur als Basis, also etwas an sich niedriges, angesehen werden muss, etwas, was an sich höherer Funktionen unfähig ist.

(Das ist in etwa der Kernpunkt Nietzsches Kritik der Aufklärung: Masse ist an sich nicht aufklärungsfähig.)

Die Masse ist nur der Dung der Geschichte, aus welchem die Individuen wie kostbare Blumen spriessen.

Nur einzeln vermag der Mensch, sich zu erhöhen! Diese Erhöhung ist verhältnismässig einfach zu erreichen: durch eine simple Abhebung von der Masse/von der Basis, durch sich unterscheiden, durch die Individualität also. Alles was sich von irgendwas abhebt, ist zugleich höher.

Das ist wegen der universalen Konstruktion des Alls so, wo eigentlich nichts höher im Sinn von besser sein kann, da die Morphologie des Raums keinen Punkt als bevorzugt ausweist: in der Welt gibt es nichts, was bevorzugt ist, in diesem Sinn herrscht in der Welt eine absolute Gerechtigkeit. Erhöhen kann man sich nur selbst, und zwar indem man etwas neues erfindet: eine neue Überlebensmasche, eine neue Technik, eine andersgeartete Äusserung von sich selbst, indem man sich also von den anderen unterscheidet. Damit hebt man sich von der Basis ab, da man sich von ihr unterscheidet und insofern erhöht wird, da man nun nicht zu übersehen ist, dass man zu einem Faktor der Evolution wurde.

 

 

4

Das Individuelle ist in seiner Rolle als Ausnahme in absoluter Mehrheit der Fälle als die Kraft überhaupt definierbar, die das ganze Ding in Bewegung hält. Zunächst als Bewegung an sich - als Veränderung also, und dann noch als agens, als Katalysator, als Verursacher aller Bedingungen zwecks Stattfinden der Bewegung.

Das ist rein logisch absolut klar: die Normalität weist keine Spannung auf und das Individuelle ist nicht gleich; es polarisiert also sofort, schafft ein Gefälle, schafft Mobilität, schafft Leben als Bewegung.

Es polarisiert sogar zweifach, weil sowohl in einem sozialen Sinn, wie auch in einem psychologischen. Da gibt es nämlich den seltsamen Widerspruch, der im Begriff Indivi-dualist enthalten ist. Der Widerspruch lasse sich leicht rationalisieren: das Individus, das Unteilbare, muss (in sich) dual sein, denn nur auf dem shizzoidem Weg sind zwei Prämissen vorhanden, die fähig sind der Exponent als Überbau (von sich selbst, als Charakter) zu bilden.

Salopp gesagt: die Shizzophrenie ist keine Geisteskrankheit, sondern die Grundtendenz des Werdens.

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In-divi-dualität undividierbare Dualität. Das ist schon mehr als a tomos (= einfache Unteilbarkeit).

Sich innerhalb sich selbst zu teilen, dass ist das Geheimnis der Individualität.

Extravaganz ist Basis der Indivi-Dualität.

Auch und vor allem grosse Menschen haben ihre Spleene.

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Nur ich besitze Wirklichkeit, das erkannte Stirner. Nur in meinem Erleben ist die Welt wirklich, darum ist sie auch einmalig und unvergleichlich. Deine Welt gibt es für mich überhaupt nicht, denn ich bin unfähig, sie zu erleben.

(Es sei denn, du bist ein Künstler, und vermagst mir deine Welt zu vermitteln. Als Politiker oder sonstwie Möchtiger, vermagst du mir deine Welt vielleicht per Gewalt aufzuzwingen, jedoch nicht zu vermitteln.)

Was gut ist und was böse kann man daher nur aus der ureigenen Sicht definieren, also für den anderen absolut unverbindlich. Schon diese individuelle Substanz der beiden Begriffe macht auch alle gesellschaftlich definierten Vorgaben als ganz einfach irrig, ridikül, ja eindeutig und boshaft unverschämt, weil es nach der obigen Feststellung keine gemeinschaftliche Wirklichkeit geben kann.

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Wertungen sind uneingeschränkt grundsätzlich null und nichtig. Es gibt keine Wertung, die einen realen Wert besitzt, wobei real im Sinn der Allgemeinakzeptanz bewertet wird.

Alle Werte besitzen nur eine persönliche Wichtigkeit. Die Werte einer Nation werden also mitnichten vom Volk aufgestellt, sondern von den persönlichen Vorstellungen der Machtverwalter kreiert – deshalb sind die Gesetze illegal und nicht wirklich bindend, weshalb auch jede Justiz nur eine paliative Rolle der Verfolgung der Symptome/Sündenböcke (welche sie sich, als Macht an sich, selbst erschaffen hatte) spielen kann.

Darum ist die Gesellschaft auch nicht wirklich human. Wenn sie also von der Humanität redet, verwechselt sie bloss die Begriffe `sozial` und `human`. Humanität ist nur individuell möglich, während die Sozietät nur auf Kosten des Individuums erhalten werden kann.

 

 

5

Ausser dem Individuum gibt es nichts heiliges - es kann nichts heiliges geben. Das heisst, weder das System, noch Religion, Nation oder Heimat dürfen als heilig angesehen werden. Sobald solche Phänomene zur Heiligkeiten erhoben werden, muss sich das Individuum ihnen unterordnen, sie werden somit zu Instrumenten der Vergewaltigung, und solche können nie heilige Angelegenheiten sein.

Allerdings werden diese alten Werte in den Strukturen der Neuen Welt so sehr an Gültigkeit verleiren, dass sie, wenn überhaupt, nur noch als Nostalgiekitsch eine Bedeutung haben werden.

Meint: von dieser Seite wird dem Individuum nichts mehr im Weg stehen.

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Individualität ist der Grundstein jeder Kunst, die diesen Namen verdient. Die wahre Kunst ist an sich undemokratisch.

Das ist das Problem, das Stalin mit der Kunst hatte (und wohl jeder Machtmensch auch), wie das aus einer kleinen Episode mit Bulgakow und Stalin hervorgeht. Der georgische Vampir war ein Fan des grossen Schriftstellers und sobald Bulgakow beim Theater/Verlag ein Manuskript einreichte, musste man es sofort dem Diktator vorlegen. Dieser las es (wie es heisst, mit grossem Vergnügen), liess aber keine Veröffentlichung zu. Einmal liess er auf Umweg Bulgakow wissen, er soll `anders schreiben` (was Stalin damit auch meinen wollte), worauf Bulgakow, ausser sich vor Verzweiflung, geschrien haben sollte: “Aber ich kann nicht anders schreiben!”

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Ein Säugling führt die ganze Welt auf sich selbst zurück, beziehungsweise auf die Phänomene, mit welchen er zu tun hat (Familie, immer wieder benutzte Gegenstände, Essen usw.), die er aber zwangsläufig als eigene Peripherie ansieht. Ein von den grössten Leistungen des Geistes war/ist, die allmähliche Differenzierung der persönlichen Innen- und der fremden Aussenwelt durchzuführen, zu begreifen, dass das Fremde nicht gleich mir ist (Jesus war wohl der erste (bekannte) Mensch, dem es gelang, diesen Unterschied klar zu postulieren; daraus konstruiert er folgerichtig die grundsätzliche Heiligkeit des Fremden). Das ist der Punkt, wo sich der Mensch am meisten von der übrigen Biologie entfernt hatte: es gibt wohl noch kein Tier, auch das menschenähnlichste, das einen eindeutigen Unterschied zwischen sich und der Welt aufzustellen vermag; diese Selbstwelt kann natürlich auch feindlich sein, doch ist sie trotzdem nur die eigene Erlebniswelt.

Darum sind manche Menschen immer noch nur biologische, keinesfalls spirituelle Wesen, also geradeherausgesagt mehr Tiere als Menschen.

Diese nennt man im Allgemeinen Egoisten. Sie schaffen es irgendwie nicht, jene Differenz zu erlernen, darum betrachten sie ja die ganze Welt als sich selbst, besser noch im Dienst an sich selbst.

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Der Mensch ist, wie absolut alles, was es gibt, immer nur das Eine, aber diese Eine ist nie das Gleiche. Heisenberg entdeckte dieses Prinzip in der Physik: “Es gibt nur eine einheitliche Materie, aber sie kann in verschiedenen diskreten stationären Zuständen existieren.”

Das heisst im Endeffekt:

Es gibt keinen anderen Weg, all die Menschen mit sich in Frieden zu lassen, als sie in ihre eigene Universen und Welten zu verwandeln. Hier hatte Nietzsche schon klare Vorstellungen:

“... die Aufgabe (der) Erziehung... den ganzen Menschen zu einem lebendig bewegten Sonnen- und Planetensystem umzubilden und das Gesetz seiner höheren Mechanik zu erkennen.”

Warum wir die Gesellschaft unbedingt individualisieren müssen, erklärt auch Le Bon in einem einzigen, unwiderlegbaren Satz:

“In dem Augenblick, da sie zu einer Masse gehören, werden der Ungebildete und der Gelehrte gleich unfähig zur Beobachtung.”

Unfähig zur Beobachtung meint in der Konsequenz, nicht urteilsfähig. Sie sehen die Welt absolut falsch, weil grundsätzlich nicht mit eigenen Augen, denn nach Stirner kann nur die individuelle Welt eine nachweisbare Realität besitzen und eine fehlfreie Wirklichkeit abgeben.

 

 

6

Individualisierung ist zudem auch rein physiologisch angesagt, rein um sich zu befreien.

Die Befreiung ist innerhalb einer Gruppe evident unmöglich, da man in solchen Strukturen unbedingt auf geheiligte Gruppendynamik festgelegt ist, was meint, dass man in einer Gruppe ein Dienst an Götzen verrichten muss, also keinesfalls frei sein kann.

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Die Individualisierung der Gesellschaft wird durch die Strukturen der künstlichen Welt (Kybernetik, Multimedia und Virtualität) erleichtert, ja erst überhaupt möglich gemacht.

Der höhere Mensch wird keine Probleme der Seele kennen, die den Sapiens quälten, da in diesem unermässlichen kybernetischen Raum eben die Seele voll auf ihre Kosten kommen kann. In einer künstlichen Wirklichkeit, die man selbst nach belieben gestallten darf, vermag man sich ohne irgendwelche Schäden für die anderen, jede seelische Befriedigung zu verschaffen.

Man wird ja im Paradies leben, wo selbst das ewige Böse paradiesisch sein wird.

Das meint auch, dass kein gesellschaftlicher Umfeld mehr notwendig ist, was wiederum meint, dass es keine destruktiven Kräfte von Aussen auf die individuelle Seele wirken werden.

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Natürlich vermisst ein Individualist die Zuwendung und Fürsorge, doch er kann darüber nicht klagen, er darf darüber nicht klagen: man kann nämlich nicht alles haben; ausserdem ist das nur ein Übergangsübel, das sich mit der Zeit erübrigen wird. Für den kommenden Menschen ist nur die Erkenntnis wirklich wichtig (da er sogar seine eigene Fortpflanzung bald an die Kybernetik delegieren wird, weil sie das mit Zeugung, Genese, Geburt und Erziehung wesentlich fehlerfrei erledigen kann, als die fehlende biologische Einheit die der Mensch noch eine Zeitlang - hoffentlich aber nicht mehr sehr lange!!! - bleiben wird).

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Man darf Einzelgängertum und göttliche Einsamkeit als Schicksal des kommenden Menschen prophezeien. Das ist eine todsichere Prophezeiung: er wird ein überragender Mensch und eben diese Einzigartigekeit wird ihn einsam machen. Alle grossartige, einzigartige Geister seit der Renaissance, sind in der Regel einsame Gesellen gewesen, von Michelangelo und Bruno bis Van Gogh und Nietzsche und weiter.

(Ein typischer Satz von Michelangelo: Jeder darf sich freuen, nur ich muss mich quälen!)

Die olympische Einsamkeit des zukünftigen Menschen wird von diesem aber kaum als lästig empfunden werden und auf gar keinen Fall als Fluch. Man wird ja aufgeklärt sein, zudem geistig dermassen entwickelt, dass man sich selbst genug Gesellschaft sein wird.

Man wird zwar allein, nicht aber einsam sein.

Und manchmal dann wird man mit den raren Freunden (rar sowohl an der Zahl wie in dem Umgang) dionysische, orgiastische Feste feiern - um sich einmal von der eigenen Gesellschaft zu erholen.

 

 

 

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